ÖVAG kurz vor dem Ende

20. Juni 2015, 09:00
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Fast alle Hindernisse auf dem Weg der Volksbanken AG zur Bad Bank sind weggeräumt. Die EZB muss noch eine Garantie abnicken, dann wird gespalten

Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) soll am 4. Juli zur Abbaugesellschaft abgespalten werden – und so wie es derzeit aussieht, sind die meisten Stolpersteine aus dem Weg geräumt.

Zuletzt hat es mit den Aufsehern in der Europäischen Zentralbank (EZB; sie ist für die Aufsicht der ÖVAG zuständig) noch Diskussionen über die Besicherung von Forderungen der regionalen Volksbanken gegeben, dem Vernehmen nach ist man aber auch da einer Lösung nahe. Damit die Werthaltigkeit der Forderungen gewährleistet ist, sollen Garantien beigebracht werden; ihnen muss die EZB zustimmen.

D-Day 4. Juli

Sobald das in trockene Tücher gebracht ist, wird der Abbauteil des vormaligen Sektorspitzeninstituts abgespalten, dieser Schritt soll eben Anfang Juli rechtswirksam werden.

Die Abbaugesellschaft hat dann keine Banklizenz mehr, heißen wird sie, wie berichtet, Immigon Portfolio Abbau AG. Gemäß Spaltungsbilanz wird die Immigon eine Bilanzsumme von etwas mehr als sieben Milliarden Euro haben. Bis Ende 2017 soll ein Großteil der Assets abgebaut sein.

Neues Machtzentrum

Die Funktionen der Zentralorganisation gehen auf die Volksbank (VB) Wien-Baden über; sie hat nach der Spaltung eine Bilanzsumme von 11,2 Mrd. Euro. Rund 8,6 Mrd. davon werden ihr von der ÖVAG übertragen. In der Folge werden dann die 41 regionalen Volksbanken zu acht großen plus zwei Spezialinstituten zusammenfusioniert. Derzeit hat eine regionale Volksbank im Schnitt 700 Mio. Euro Bilanzsumme, bei den acht Bundesländer-Volksbanken werden es rund 3,5 Milliarden Euro sein. (gra, DER STANDARD, 20.6.2015)

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