Forschungsförderung: Immerhin noch am Leben

Kommentar19. Juni 2015, 18:02
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Es geht ums nackte – intellektuelle – Überlebe

Ein Budget auf höchst wackeligen Beinen fand die Astrobiologin Pascale Ehrenfreund vor, als sie 2013 zur Präsidentin des Wissenschaftsfonds FWF gewählt wurde. Die Amtsvorgänger von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hatten es nämlich verabsäumt, den größten Förderer heimischer Grundlagenforschung auf eine solide Basis zu stellen. Das ist zwar mittlerweile geschehen, aber auf einem – gemessen am Ziel, "Innovation Leader" zu werden – erschreckend niedrigen Niveau und ohne Chance auf Erhöhung bis 2018.

So kann man sich nur freuen, dass der FWF in den vergangenen zwei Jahren nicht ganz verhungert und noch am Leben ist – auch dank einer Online-Petition, die Helga Nowotny, ehemalige Präsidentin des Europäischen Forschungsrats (ERC), initiierte. Angesichts dieser misslichen Lage werden wohl noch mehr Wissenschafter das Land verlassen. Ihre Gründe werden weniger erfreulich sein als die von Ehrenfreund: Auf dieser Ebene geht es dann nicht um die Berufung auf Chefposten, sondern ums nackte – intellektuelle – Überleben.

Aus ihrer Sicht ist die Forschungsstrategie, die das Ziel "Innovation Leader" festschrieb, längst das Papier nicht mehr wert, auf dem sie geschrieben wurde – ebenso wie die zahllosen Studien, die alle mehr Geld für die Grundlagenforschung fordern, um den Wohlstand des Landes abzusichern, aber eben nicht umgesetzt werden. (Peter Illetschko, 19.6.2015)

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