Grüne Bundespartei will steirischen Landeschef aushebeln

19. Juni 2015, 18:56
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Nach mattem Ergebnis bei der Landtagswahl fordert Bundesparteichefin Eva Glawischnig nun eine "Verjüngung" in der Steiermark.

Graz – "Das ist wohl der Nervosität vor der Wiener Wahl zuzuschreiben", reagiert Lambert Schönleitner spitz auf den scharfen Wind, der ihm seit der steirischen Landtagswahl aus der Bundeshauptstadt entgegen weht.

Dem steirischen Grünen-Landessprecher wird von Parteichefin Eva Glawischnig vorgeworfen, die steirische Landtagswahl sinngemäß in den Sand gesetzt zu haben. Glawischnig verlangt eine "Verjüngung" in der Steiermark. Schönleitner wird nahegelegt, sich zurückzuziehen.

Dieser denkt nicht daran, sondern schießt den Ball volley nach Wien zurück. Die Ergebnisse bei der Landtagswahl seien zwar nicht rosig gewesen, vor allem nicht im urbanen Grazer Raum, hier müsse in nächster Zeit einiges passieren, schuld an den Resultaten sei aber vor allem die von der Bundespartei vorgegebene Wahlkampflinie gewesen. "Die war zu weichgespült", sagt Schönleitner im Standard-Gespräch. Die strategische Vorgabe der Bundespartei, die beiden Reformpartner Voves und Schützenhöfer zu schonen, weil auch die Grünen-Klientel Reformen verlangte, sei suboptimal gewesen. Es hätte "allen Grund gegeben, die beiden schärfer wegen ihrer Drüberfahrerpolitik zu kritisieren". So aber habe allein die FPÖ von der Proteststimmung im Land profitiert. In diesem Sinne sei es sein Fehler gewesen, "dass ich nicht stärker ins Lenkrad gegriffen habe".

Schönleitner sieht insgesamt eher Defizite im Bund: "Die Partei muss endlich ihr Image nachschärfen." (Walter Müller, 20.6.2015)

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