Griechenland: Was die Krise für Urlauber bedeutet

19. Juni 2015, 14:29
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Grexit hätte wohl wenig Auswirkungen auf Reisende

Athen – Wie es in Griechenland in den kommenden Wochen weitergeht, ist völlig offen. So schlimm die Folgen eines Austritts des Landes aus der Eurozone für die griechische Bevölkerung sein könnten, für Urlauber aus dem Ausland hätte ein Grexit geringe Auswirkungen.

Was würde ein Grexit für Urlauber bedeuten?

Käme es tatsächlich zu einem gefürchteten Ausstieg Griechenlands aus dem Euro, wären die Folgen für Urlauber wohl eher gering – vor allem für Pauschalreisende. "Der Reisepreis ist in Euro bezahlt, egal welche Währung in einem Land gilt. Die touristischen Leistungen wie Flüge, Hotelübernachtungen oder Bustransfers sind eingekauft und vertraglich abgesichert", beruhigt der Deutsche Reiseverband (DRV) Pauschalreisende.

Anders sieht es bei Individualtouristen aus. Sie müssen sich um alles selbst kümmern, da sie Hotels, Mietwagen etc. selbst gebucht und direkt bezahlt haben. Niemand weiß, ob, wann und wie ein Grexit kommt – doch auch wenn Griechenland eine Parallelwährung oder die Drachme einführt, ist es unwahrscheinlich, dass der Euro von heute auf morgen nicht mehr akzeptiert wird.

Sollten Urlauber mehr Bargeld mitnehmen?

Besorgten Urlaubern rät Kerstin Altendorf vom Bundesverband deutscher Banken "etwas mehr Bargeld" als geplant mit auf die Griechenland-Reise zu nehmen. Dies könnte zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn Griechenland Kapitalverkehrskontrollen einführt, um zu verhindern, dass Verbraucher zu viel Bargeld abheben. Sollte dies eintreten, würden Abhebungen an den Automaten auf kleinere Beträge begrenzt werden. So wurde es beispielsweise in Zypern vor drei Jahren gemacht. Auch hier wären Pauschaltouristen weniger betroffen, da der Großteil ihrer Reisekosten schon bezahlt ist. Nach wie vor ließen sich Rechnungen aber auch mit Kredit- oder Girokarten bezahlen.

Werden deutsche Touristen in Griechenland noch freundlich empfangen?

Ja. Griechenland sei für seine "herzliche Gastfreundschaft bekannt", heißt es beim DRV. Deutschland ist für griechische Hoteliers der wichtigste Markt – sie brauchen die Urlauber und tun alles für deren Wohlbefinden. Trotz vereinzelter gegen Deutschland gerichteter politischer Kampagnen in der Vergangenheit brauchen sich deutsche Badeurlauber keine Sorgen machen. Die Aktionen beschränken sich zumeist auch auf die Hauptstadt Athen.

Müssen Urlauber Angst vor Kundgebungen und Demonstrationen haben?

Egal in welchem Land, Demonstrationen sollten generell von Reisenden gemieden werden, empfiehlt der DRV. In den Urlaubsgebieten auf den griechischen Inseln ist zudem kaum mit Kundgebungen zu rechnen. Sie konzentrieren sich auf die Städte. Pauschaltouristen müssen sich um die politische Lage weniger Gedanken machen als individuell Reisende: Der Reiseveranstalter beobachtet für die Touristen die politische Lage und reagiert gegebenenfalls. Urlauber, die auf eigene Faust reisen, sollten die Nachrichten zumindest mitverfolgen.

Wie beliebt ist Griechenland noch bei deutschen Urlaubern?

Kurz gesagt: sehr beliebt. 2014 reisten 2,5 Millionen Deutsche nach Griechenland. Für dieses Jahr rechnet der DRV mindestens mit gleichbleibenden Zahlen. Im Mai sind die Touristenzahlen zuletzt im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar "deutlich angestiegen", sagt Torsten Schäfer vom DRV. "Gegenwärtig liegen wir ziemlich genau auf dem exzellenten Niveau des Vorjahres", erklärt auch Markus Stumpe vom Reiseveranstalter TUI Deutschland. (APA, 19.6.2015)

  • "Der Reisepreis ist in Euro bezahlt, egal welche Währung in einem Land gilt. Die touristischen Leistungen wie Flüge, Hotelübernachtungen oder Bustransfers sind eingekauft und vertraglich abgesichert", beruhigt der Deutsche Reiseverband (DRV) Pauschalreisende.
    foto: ap/bastian parschau

    "Der Reisepreis ist in Euro bezahlt, egal welche Währung in einem Land gilt. Die touristischen Leistungen wie Flüge, Hotelübernachtungen oder Bustransfers sind eingekauft und vertraglich abgesichert", beruhigt der Deutsche Reiseverband (DRV) Pauschalreisende.

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