"Neue Regionen" rund um Graz

24. Juni 2015, 18:18
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Fachgruppenobmann: Süden und Südosten boomt

Der Zuzug nach Graz ist stark; rund 5000 Menschen kommen jedes Jahr neu in die steirische Landeshauptstadt. Das stellt die Politik vor große Herausforderungen; bis 2030 brauche allein der Raum Graz rund 60.000 neue Wohnungen, sagen Studien. Für Investoren in Anlage- und Vorsorgewohnungen ist das aber auch eine günstige Situation.

Der starke Zuzug ist nicht nur auf Graz beschränkt, sondern es tut sich auch in der Umgebung der steirischen Hauptstadt einiges. Gerald Gollenz, Obmann der Fachgruppe der Immobilientreuhänder in der steirischen Wirtschaftskammer, spricht von "neuen Regionen", die sich in der Steiermark derzeit gerade bilden würden. Vor allem die Achsen von Graz nach Süden bis Leibnitz und im Osten und Südosten bis Gleisdorf und Feldbach würden geradezu boomen, nicht zuletzt wegen der verkehrstechnisch recht guten Anbindung.

Schmerzgrenze bei Preisen

"Im Norden von Graz schaut es hingegen ein bisschen schlechter aus", so Gollenz. "Insgesamt ist der steirische Immobilienmarkt aber interessant und funktioniert auch halbwegs gut."

Die "Schmerzgrenze" bei den Preisen für Eigentum sieht der Fachgruppenobmann, der kürzlich neuerlich zum stellvertretenden Bundesobmann der Immobilientreuhänder gewählt wurde, bei etwa 3800 Euro je Quadratmeter, "darüber wird's schwierig".

Für Vorsorgeobjekte werden auch höhere Preise bezahlt, sie reichen bis knapp unter 5000 Euro. Dieser Markt hat sich laut Gollenz zuletzt aber "normalisiert", es werde nun "marktgerechter" gebaut. "Und es gibt nach wie vor kaum Projekte, die nicht verkauft werden."

"Steigender Druck"

"Es wurde und wird sehr viel umgesetzt im Wohnbereich", pflichtet Herbert Ribic, Leiter des Immobilienservice bei der Volksbank Steiermark-Mitte, bei. Allerdings komme in der nächsten Zeit vor allem mit den großen Neubaugebieten Smart City und Reininghaus (siehe linke Seite) "so viel auf den Markt, dass ich mit größeren Projekten schon vorsichtig wäre". Ribic ortet allgemein steigenden Druck im Markt, "und das bringt manchen Entwickler auch in B- und C-Lagen auf Ideen".

Von der Werthaltigkeit in guten Lagen ist der Immobilienexperte zwar weiterhin überzeugt. Diesbezüglich müsse man aber beachten, dass es in Graz auf die Mur-Seite ankomme. "Das linke Ufer geht gut, das rechte nicht mehr so gut."

Ausgerechnet am etwas schlechter beleumundeten linken Murufer werden derzeit aber die teuersten Wohnungen von ganz Graz angeboten. Die Penthouse-Wohnungen im Projekt "The Elephant" beim Kunsthaus kosten bis zu 1,72 Millionen Euro das Stück.(mapu, 20.6.2015)

  • Rund 5000 Menschen ziehen jährlich nach Graz.
    foto: apa/hans klaus techt

    Rund 5000 Menschen ziehen jährlich nach Graz.

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