Risikoarme Veranlagung weiter hoch im Kurs

19. Juni 2015, 13:41
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Mehrzahl der Befragten hat sich mit dem Pensionskonto neu schon beschäftigt, knapp jedem zweiten Österreicher ist Handy-Signatur vertraut

Wien – Finanzielle Vorsorge hat bei den Österreichern nach wie vor hohen Stellenwert: Acht von zehn schreiben dem Vorsorgepolster große Bedeutung zu. Im Vordergrund steht dabei für 60 Prozent die eigene Pension, jeder Zweite legt für seine Gesundheit Geld zur Seite oder sorgt für die Familie vor. Neun von zehn Österreichern haben bereits Vorsorgeprodukte abgeschlossen. Nach dem Motto "Sicherheit vor Rendite" ist auch die Produktauswahl konservativ: 69 Prozent nutzen das Sparbuch, 52 Prozent einen Bausparvertrag. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der GfK-Austria im Auftrag der S-Versicherung und der Erste Bank, die vom Chef der S-Versicherung, Heinz Schuster und Erste-Bank-Vorstand Peter Bosek am Freitag präsentiert wurde.

Vier von zehn sorgen mit einer privaten Unfall‐ oder klassischen Lebensversicherung vor. Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge haben bereits 27 Prozent der Befragten abgeschlossen. Die S-Versicherung verzeichnete im Vorjahr gar ein Plus von 60 Prozent.

Lebensversicherung

Sicherheit in der Veranlagung ist besonders relevant (53 Prozent), ebenso Kapitalgarantie (44 Prozent). Nur für ein knappes Drittel der Befragten sind hohe Zinsen bei der Vorsorge entscheidend. Für Schuster ist das ein klares Votum für die private Pensionsversicherung. "Denn kein anderes Produkt biete derart langfristige Absicherungen und ermöglicht damit einen finanziell planbaren Lebensabend", meint Schuster, Sein Argument: Wenn das Geld weg ist, man selbst aber noch lebt, dann könne nur eine lebenslange Rente weiter helfen.

Für jeden Zweiten ist der Bankberater die erste Anlaufstelle, bei einem Viertel der Versicherungsberater. Zwölf Prozent sind bereit, ein Vorsorgeprodukt online abzuschließen. Drei von vier Österreichern würden eine Lebensversicherung oder Pensionsvorsorge nur mit persönlicher Beratung abschließen. Aber bei simplen Produkten – beispielsweise einer Versicherung für Handy oder Tablet – will kein Kunde lange drüber plaudern, sondern mit einem Klick alles erledigen.

"George" bietet Versicherung

Daher bieten die Erste Bank wir diese Produkte in etwa zwei Wochen auch in ‚George‘ online an", sagt Bosek. Das Internet wird bei der Finanzplanung noch hauptsächlich zur Beschaffung von Informationen über den Anbieter oder die Produkte genutzt. Sechs von zehn wollen gern ihre bestehenden Verträge online einsehen.

Die Reaktion der Österreicher auf die Erstgutschrift in ihrer Pensionskontonachricht ist unterschiedlich: 42 Prozent haben diese in der angeführten Höhe erwartet, fast jeder Dritte ist von dem ausgewiesenen Betrag enttäuscht. 15 Prozent haben sich mit der Thematik noch gar nicht beschäftigt, und 20 Prozent der jungen Erwachsenen bis 29 Jahre wissen gar nicht, ob sie ihre Pensionskontonachricht überhaupt erhalten haben. Ob sie ihren Lebensunterhalt mit der staatlichen Pension einmalbestreiten können, schätzen die Österreicher kritisch ein.

Allerdings würden trotzdem 27 Prozent das eigene Vorsorgeverhalten nicht ändern. Als Hauptgründe werden das Fehlen finanzieller Mittel oder der noch in weiter Ferne liegende Pensionsantritt genannt. Die Pensionslücke wird durchschnittlich auf 545 Euro geschätzt. Das ergibt sich aus dem durchschnittlichen Einkommen von 1600 Euro und der durchschnittlichen Pension von 1000 netto, so Schuster. "Jeder Dritte kann seine Pensionslücke gar nicht einschätzen.

Handy-Signatur

Die Möglichkeit des Zugriffs auf das Pensionskonto NEU mittels "Handy‐Signatur" ist 44 Prozent der Österreicher mittlerweile vertraut, das sind deutlich mehr als im Vorjahr (sieben Prozent). Die Freischaltung dieses Services in einer Bankfiliale wäre für knapp die Hälfte interessant, wobei Männer dies tendenziell höher bewerten als Frauen. Jeder zweite Österreicher möchte seine Pensionslücke vom Berater berechnen lassen. "Bei der Berechnung der Pensionslücke sieht man sofort, mit welchem Betrag man seinen Lebensunterhalt im Alter bestreiten muss. Und da ist es besser, man rechnet es sich früher aus und kann bei Bedarf noch etwas daran ändern – als dass man in der Pension plötzlich vor vollendeten Tatsachen steht", so Bosek. (cr, 19.6.2015)

  • Absicherung, ob bei Gesundheit oder fürs Alter ist den Österreichern wichtig.
    foto: apa/tobias hase

    Absicherung, ob bei Gesundheit oder fürs Alter ist den Österreichern wichtig.

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