Reininghausgründe: Flexibilität bis ins fünfte Obergeschoß

20. Juni 2015, 10:00
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Auf den ehemaligen Reininghausgründen in Graz wird es mit der Neubebauung langsam ernst: Der Grazer Entwickler Wolfgang Erber wird der Erste sein, der im Herbst die Bagger auffahren lässt

Im Oktober könnten die Bagger auffahren, sagt der Grazer Entwickler Wolfgang Erber. Er hat sich drei Quartiere auf den ehemaligen Reininghausgründen, die mit ihren 54 Hektar oft als größte Baulandreserve der steirischen Landeshauptstadt bezeichnet werden, gesichert und will dort nun ein neues Stadtviertel mit "urbaner" gemischter Nutzung hochziehen.

"Die öffentliche Auflage der Pläne ist vorüber, nun werden mögliche Einwendungen geprüft. Dann geht's zum Endbeschluss nochmals in den Gemeinderat", berichtet der Entwickler dem Standard. Sobald es den positiven Baubescheid gibt, kann er mit der Bebauung der drei Quartiere 1, 4a und 5 beginnen.

Moderner Stadtteil

Erber ist somit auch der Erste, der auf den alten Brauereigründen, auf denen bisher nur die neue ÖAMTC-Zentrale im Nordosten realisiert wurde, Wohnungen bauen wird. Insgesamt sollen es 1200 werden, die er dort errichten will. 140 davon sollen im allerersten Bauprojekt, einem 19 Stockwerke hohen Turm, entstehen; jeweils 125 bis 130 weitere in zwei 16-geschoßigen Bauteilen, für die ebenfalls um Baugenehmigung angesucht wurde.

Der Masterplan des Architekten Thomas Pucher sieht eine Umgestaltung des historischen Industrieareals, auf dem sich auch einiges an denkmalgeschütztem Altbestand befindet, zu einem modernen Stadtteil vor. Für die erwünschte Durchmischung sollen sogenannte Flex-Zonen in den unteren Geschoßen der einzelnen Bauteile sorgen.

Drei bis vier "Flex"-Geschoße

Die Sockelzone ist jeweils für Handel beziehungsweise öffentliche Funktionen reserviert, erklärt Erber das Konzept im Detail. "Darüber liegen dann drei bis vier 'Flex'-Geschoße, die mit drei Meter Raumhöhe nutzungsoffen geplant werden." Vom Büro bis zur Arztpraxis soll in dieser Flex-Zone alles möglich sein, was das lebendige Stadtviertel braucht.

Wichtig ist Erber, dass sich die jeweilige Nutzung jederzeit wieder ändern kann. "Ständig ein hohes Maß an Nutzungsmischung zu gewährleisten" lautet deshalb das Ziel. "Auf bis zu 40 Prozent unserer Flächen wird sowohl Wohnen als auch Büronutzung möglich sein."

Vorteil von Mietern

Darüber, ab dem fünften Obergeschoß, ist ausschließlich Wohnen angesagt. Und hier wiederum plant Erber nur Mietwohnungen – ebenfalls aus Gründen der Flexibilität. "Wenn wir hier hundert Eigentümer haben, sind wir nicht mehr so flexibel wie mit Mietern."

Insgesamt will Erber auf seinen drei Reininghaus-Quartieren 275 Millionen Euro investieren, die komplette Fertigstellung wird für 2023/24 angepeilt.

Um Wohnbauförderung sucht der Entwickler übrigens auch an, die Nichtgewährung derselben sei aber kein Hinderungsgrund. "Die Förderung wird bloß als Variante mitgedacht und mitverfolgt." Auch hier legt man also Flexibilität an den Tag. (Martin Putschögl, 20.6.2015)

  • Die Grazer Erber-Gruppe will im Oktober mit dem Bau des ersten von vorerst drei Türmen auf den ehemaligen Reininghausgründen beginnen. In den unteren Geschoßen setzt man nutzungstechnisch auf größtmögliche Flexibilität.
    visualisierung: erber

    Die Grazer Erber-Gruppe will im Oktober mit dem Bau des ersten von vorerst drei Türmen auf den ehemaligen Reininghausgründen beginnen. In den unteren Geschoßen setzt man nutzungstechnisch auf größtmögliche Flexibilität.

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