Historiker Hartmann hält kritische Ausgabe von "Mein Kampf" für notwendig

19. Juni 2015, 11:42
26 Postings

Münchner Zeitgeschichtler: "Das ist ja eine nationale Aufgabe, wenn man so will"

München – Der Historiker Christian Hartmann hat die geplante kritische Ausgabe von Adolf Hitlers Hetzbuch "Mein Kampf" als notwendig verteidigt. Mit dem Auslaufen des Urheberschutzes zum Jahresende – 70 Jahre nach Hitlers Todesjahr – könne auch in Deutschland jeder das Buch einfach nachdrucken. Deshalb sei die wissenschaftlich kommentierte Ausgabe des Münchner Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) so wichtig.

Die Neuauflage nehme Hitlers Polemik gründlich auseinander. "Das ist ja eine nationale Aufgabe, wenn man so will", sagte Hartmann dem "Süddeutsche Zeitung Magazin".

In den 1920er Jahren habe Hitlers Buch den Zeitgeist getroffen. Aber "keiner, der es heute liest, wird dadurch zum Nazi", sagte der am IfZ arbeitende Historiker. "Pünktlich nach Ablauf des Urheberrechts wird unser Buch verkauft: Hitlers Originaltext mit unseren Anmerkungen. Wir haben mehr als 3.500 Fußnoten geschrieben und Hitler in Hunderten Details widersprochen." Das Buch sei eine der wichtigsten Quellen, um Hitlers Weltsicht zu verstehen. (APA, 19.6. 2015)

Share if you care.