Nintendo entschuldigt sich nicht für enttäuschende E3-Vorstellung

19. Juni 2015, 10:06
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Konzernchef nach Kritik: "Wir hören euch und wollen weiterhin eure Erwartungen erfüllen"

Den Reaktionen der Fans und Medien nach zu schließen, lieferte Nintendo auf der diesjährigen Games-Messe E3 nicht die beste Vorstellung ab. Speziell Fans der Spielserie "Metroid" zeigten sich ob der Enthüllung eines eher halbherzig erscheinenden neuen 3DS-Spiels enttäuscht und auch sonst konnte das heurige Games-Line-up nur wenige Anhänger überzeugen.

Keine Entschuldigung

Wenngleich es sich zunächst aufgrund einer ungenauen Übersetzung eines Tweets von Konzernpräsident Satoru Iwata so anhörte, als würde man sich bei seinen Fans für den schwachen Auftritt enschuldigen, erklärte kurz darauf Nintendos US-Chef Reggie Fils-Amie, dass es sich dabei nicht um eine Entschuldigung handelte. "Es war keine Entschuldigung. Es war keine Stellungnahme bezüglich der Inhalte, die wir zeigen. Im Grunde war es ein 'eure Message ist angekommen'", sagt Fils-Amie in einem Interview mit der Seite Polygon.

"Herr Iwata ist in Japan und er versucht Konsumenten in Japan zu erklären, was auf der E3 abläuft. Die richtige Übersetzung seiner Nachricht ist: 'Danke für euer Feedback. Wir hören euch und wir haben uns dazu verpflichtet, weiterhin eure Erwartungen zu erfüllen'", so Fils-Amie.

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Appell an die Geduld

Der Manager appelliert an die Fans, die finalen Produkte abzuwarten, anstatt voreilige Schlüsse zu ziehen. Auch bei vorangegangenen Präsentationen habe es negatives Feedback für Games gegeben, die sich schlussendlich als sehr gut erwiesen hätten. Fils-Amie zieht als Beispiel den im Mai erschienenen und sehr gut bewerteten Shooter "Splatoon" heran, zu dem es bei der Enthüllung 2014 angeblich ebenfalls Beschwerden gab (Anm.: Im GameStandard und auf vielen anderen Seiten wurde das Spiel bereits damals als eine der spannendsten Neuvorstellungen gelobt).

Kritik am System

Unterdessen werden zunehmend Stimmen laut, die entweder die Rückkehr Nintendos zu einer großen E3-Pressekonferenz fordern, wie man sie bis zur Einführung der Video-Konferenz 2014 pflegte, oder auf eine vollständige Abkehr von der Messe plädieren.

Der Versuch, sich mit einer eigenen Videoshow dem Vergleich mit Microsofts und Sonys Pressekonferenzen zu entziehen, sei nach hinten losgegangen, kommentiert die Branchenseite Gamesindustry. "Sie sind so kläglich gescheitert, dass das Internet einige Stunden damit verbracht hat, ernsthaft zu glauben, dass sich Iwata für die ganze traurige Angelegenheit entschuldigt hat", so Autor Rob Fahey. "Die E3 ganz auszulassen – oder zumindest nicht mehr so zu tun, als würde man Konferenz abhalten – wäre besser gewesen, und sollte auch die künftige Strategie des Unternehmens sein." (zw, 19.6.2015)

  • Für Unterhaltung bei Nintendos E3-Videokonferenzen sorgte vor allem die von Puppen dargestellte Konzernspitze. (von links nach rechts: Iwata, Miyamoto, Fils-Amie)
    foto: nintendo

    Für Unterhaltung bei Nintendos E3-Videokonferenzen sorgte vor allem die von Puppen dargestellte Konzernspitze. (von links nach rechts: Iwata, Miyamoto, Fils-Amie)

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