Jobbatical: Unter Palmen statt in Bürozellen arbeiten

20. Juni 2015, 14:00
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Eine Plattform "zwischen Job-Board und Personalagentur" hilft bei der Jobsuche im Ausland

Langweiliger Job und die Heimatstadt gibt auch nichts mehr her? Viele, die sich im Beruf festgefahren fühlen suchen nach neuen Herausforderungen. Wer träumt nicht vom Arbeiten unter Palmen? Das dachte auch die junge Estin Karoli Hindriks und wollte diese Sehnsucht in ein Unternehmen verwandeln.

Als Grundlage dienen ihr vor allem diese drei Wesenszüge der modernen Arbeitswelt: 40 Prozent der Tech-Professionals sind Studien zufolge global mobil. Weltweit wächst der Bedarf an solchen Fachleuten. Junge träumen nicht unbedingt davon, in großen Büros gezählte und fremddefinierte Stunden zu arbeiten.

Mit jobbatical hat Hindriks eine Plattform für alle, die gern Job und Sabbatical kombinieren möchten, gegründet. Also kurz und ideal: arbeiten in der Hängematte unter Palmen statt im Anzug in Betonklötzen.

7000 Talente im Pool

"Wir stehen in der Mitte zwischen einem Job-Board und einer Personalagentur", erklärt sie ihr Geschäftsmodell. Aktuell seien rund 7000 Talente aus dem technischen oder technoaffinen Bereich auf der Plattform. Überwiegend sogenannte "Solopreneurs", also relativ Junge, die kaum fixe Lebensstandorte ausbauen, sondern als Arbeitsnomaden leben wollen.

Auf der anderen Seite posten Unternehmen weltweit auf jobbatical ihre befristeten Angebote – mehr als 200 sind es. Geld fließt, sagt Hindriks, nur dann, wenn Unternehmen den Service von Kandidatenvorschlägen in Anspruch nehmen. jobbatical macht die Liste und reicht diese weiter, alle weiteren Schritte liegen bei Unternehmen und den jeweiligen Kandidaten.

Keine Schattenseiten der "freelance economy"

Aus den rechtlichen Fragen der Arbeitsverträge hält jobbatical sich bis jetzt auch heraus, indem sich die Plattform im Zentrum einer "freelance economy" sieht und den beiden Seiten alles Weitere überlässt. Schattenseiten kann sie nicht erkennen.

"Die Menschen sind heute eher ihrer Lebensweise verbunden als irgendwelchen geografischen Fixpunkten", sagt Hindriks, die auch an den langsamen, aber sicheren Niedergang von Karriere-Hubs wie London oder New York glaubt. (kbau, 20.6.2015)

  • Die Estin Karoli Hindriks sieht sich mit ihrer Plattform als Geschäftsmodell in der "freelance economy" und für "solopreneurs".

    Die Estin Karoli Hindriks sieht sich mit ihrer Plattform als Geschäftsmodell in der "freelance economy" und für "solopreneurs".

  • Arbeiten wo man will? Geografische Fixpunkte seien den Menschen heute nicht mehr so wichtig, wie die Lebensweise. Jobbatical will die Wünsche einer mobilen Generation nutzen.
    foto: istock

    Arbeiten wo man will? Geografische Fixpunkte seien den Menschen heute nicht mehr so wichtig, wie die Lebensweise. Jobbatical will die Wünsche einer mobilen Generation nutzen.

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