Korruptionsskandal erschüttert Italiens Fernsehen

18. Juni 2015, 17:53
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Ermittlungen nicht nur beim Staatsfernsehen Rai, sondern auch bei Silvio Berlusconis Mediaset

Italiens Finanzpolizei hat am Donnerstag sechzig Fernsehstudios in Rom, Mailand und Turin nach verdächtigen Dokumenten durchsuchen lassen. Denn die römische Staatsanwaltschaft ermittelt nicht nur beim Staatsfernsehen Rai, sondern auch bei Silvio Berlusconis Medienimperium Mediaset und bei La7 des Medienunternehmers Franco Cairo über angebliche Korruption, Freunderlwirtschaft und Schmiergeldaffären.

Im Visier der Staatsanwaltschaft steht auch Infront, der Berater des Fußball-Dachverbandes Lega Calcio. Der TV-Ausrüstungsunternehmer David Biancifiori hat über zwei seiner Gesellschaften angeblich Milliardenkontrakte kassiert, dafür aber den TV-Managern nicht nur Luxusreisen und einen Job ihrer "liebsten Verwandten und Freunde" garantiert, sondern auch Schmiergelder und teure Geschenke für die Zuweisung der Verträge bezahlt.

Angeblich sollen die Betrugsaffären während der Präsidentschaft von Silvio Berlusconi begonnen und bis 2013 angedauert haben. Ermittelt wird gegen 44 Manager, darunter auch zwei ehemalige hochrangige Berlusconi-Mitarbeiter, die für das Image des Präsidenten verantwortlich waren. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 19.6.2015)

  • Silvio Berlusconi.
    foto: ap/lo scalzo

    Silvio Berlusconi.

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