Ägpytens Steinhauer proben den Aufstand

Ansichtssache19. Juni 2015, 05:30
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Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und schlechte Bezahlung treiben die Arbeiter in den Streik

Lange Zeit galt es als Rätsel, wie die antiken Ägypter die bis zu drei Tonnen schweren Steinquader für die berühmten Pyramiden nach Gizeh und dort wohl über Rampen in die Vertikale brachten. Noch jetzt widersprechen sich Historiker über die Details des Baus.

Tonnenschwer sind die Kalksteinblöcke nicht mehr, die die heutigen Steinhauer in al-Minya, etwa 250 Kilometer nilaufwärts von Gizeh, aus dem Boden fräsen. Die Steine haben auf ihrer kürzeren Seite eine Länge von etwa zehn Zentimetern und werden als Baumaterial verwendet.

Die Arbeitsbedingungen aber haben sich kaum gebessert. Bloßfüßig oder in Sandalen werken die Männer, ihre Gesichter unter selbstgemachten Masken versteckt, die sie vor dem Staub schützen soll, der sich wie feiner Schnee auf alles und jeden in der schneeweißen Umgebung legt.

Die fahrbaren Kreissägen, mit denen die Männer schachbrettförmige Furchen in den Steinboden treiben, haben keine Schutzabdeckung. Viele haben Finger, Zehen oder ganze Gliedmaßen verloren. Bauern sind unter ihnen und Akademiker, die in dem nach der Revolution 2011 noch immer nicht zur Ruhe gekommenen Land sonst keine Arbeit finden. Sie erhalten umgerechnet 9 bis 14 Euro pro Arbeitstag.

Der Gouverneur von al-Minya kündigte im April an, eine Krankenstation nahe den Steinbrüchen errichten zu lassen. Doch das ist den Arbeitern zu wenig. Sie wollen mehr Geld, mehr Sicherheit. Deshalb haben sie einen Aufstand angekündigt. Im Juli wollen die Steinhauer von al-Minya streiken. (mcmt, 19.6.2015)

foto: reuters/amr abdallah dalsh
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