Sentinel-2A: ESA schickt zweiten Satelliten zur Erdbeobachtung ins All

18. Juni 2015, 12:13
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Zweite von fünf Sonden des neuen europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus startet nächste Woche

Wien – Mit Sentinel-2A startet in der Nacht auf Dienstag, 23. Juni der zweite Umweltsatellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms "Copernicus" mit einer VEGA-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana aus ins All. Wie schon Sentinel-1A hat auch der zweite Satellit Systeme aus Österreich an Bord. Ziel der Mission ist es, Daten über die Beschaffenheit der Erde zu sammeln.

Bei Copernicus handelt es sich um eine Initiative der EU, der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Europäischen Organisation für meteorologische Satelliten EUMETSAT. Damit wird die kontinuierliche Umweltbeobachtung der Missionen ERS-1, ERS-2 und ENVISAT fortgesetzt.

Open Source

Die neue Satelliten-Flotte soll Land- und Meeresoberflächen überwachen, Klimaveränderungen beobachten, Meereis kartieren, frühzeitig vor Erdrutschen warnen, Veränderungen in der Flächennutzung darstellen und damit Daten auch für wirtschaftliche Anwendungen in der Land- und Forstwirtschaft, Raum- und Städteplanung oder für das Katastrophen-Management liefern.

Die erhobenen Daten sollen öffentlich zugänglich sein und sind vor allem für Wissenschafter interessant. Auch österreichische Forscher arbeiten an der Aufarbeitung der Informationen. Bis 2021 sollen insgesamt fünf Sentinel-Satelliten ins All gebracht werden.

Österreichische Technologie

Herzstück des Sentinel-2A ist eine Kamera, die Aufnahmen vom sichtbaren Spektrum bis hin zum kurzwelligen Infrarotbereich machen kann. Aus einer Umlaufbahn in knapp 800 Kilometern Höhe wird damit jeder Punkt der Erde innerhalb von fünf Tagen mindestens einmal erfasst und abgebildet. Der Zwillings-Satellit Sentinel-2B soll Anfang 2016 folgen.

Aus Österreich kommen die weltraumtauglichen GPS-Empfänger, mit denen sich die Satelliten im All orientieren, wie das Unternehmen RUAG Space Österreich mitteilte. Dazu nützen die Sonden die Signale des US-Satellitennavigationssystems GPS. Mit den in Wien entwickelten Empfängern können Signale auf zwei unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig verarbeitet werden. (APA, 18.6.2015)

  • Die Trägerrakete Vega VV05 mit Sentinel-2A an Bord steht bereits zum Abflug bereit.
    foto: esa/m. pedoussaut

    Die Trägerrakete Vega VV05 mit Sentinel-2A an Bord steht bereits zum Abflug bereit.

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