Wiener Ärztekammer setzt Vizepräsidentin Raunig ab

18. Juni 2015, 11:34
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Die Ärztekammer hat das Amt der dritten Stellvertreterin ersatzlos gestrichen. Grund soll ein interner Konflikt über Gemeinschaftspraxen sein

Wien – Die Wiener Ärztekammer hat bei ihrer Vollversammlung am Dienstagabend die dritte Vizepräsidentin Eva Raunig abgesetzt. Die Position der dritten Stellvertreterin des Wiener Ärztekammerpräsidenten Thomas Szekeres wurde laut "Presse" ersatzlos gestrichen. Künftig gibt es wieder wie bereits früher nur zwei Vizepräsidenten.

Raunig ist Vertreterin des Hausärzteverbandes und soll das Amt erhalten haben, weil sie Szekeres bei der Wahl zum Kammerchef unterstützt hat. Das war jedenfalls bei der Schaffung der eigentlich nicht vorgesehen Funktion 2012 gemunkelt – und von den handelnden Personen bestritten worden.

Nun soll es laut "Presse" Unstimmigkeiten mit Raunig gegeben haben. So hätten etwa die geplanten Wiener Primärversorgungszentren für interne Konflikte gesorgt. Raunig sei eine vehemente Gegnerin der Gemeinschaftspraxen gewesen, heißt es in dem Bericht am Donnerstag.

Raunig kündigt rechtliche Schritte an

Ein Sprecher der Ärztekammer bestätigte die Entscheidung der Vollversammlung, das Amt des dritten Vizepräsidenten wieder abzuschaffen. Raunig selbst kündigte rechtliche Schritte an. Es gebe auch andere Rechtsmeinungen, die fänden, dass eine Vizepräsidentin nicht einfach per Satzungsänderung abgesetzt werden könne, erklärte sie der "Presse". Sie will laut dem Bericht die Aufsichtsbehörde einschalten und notfalls bis zum Verwaltungsgerichtshof gehen.

Noch eine Personalentscheidung gibt es in der Kammer: Peter Weiss von der Fraktion Grüne Ärzte wurde zum neuen stellvertretenden Obmann der Kurie der angestellte Ärzte gekürt, wie die Kammer berichtete. Er folgt auf Marcus Köller. Dem der Fraktion Sozialdemokratische Ärzte angehörende Mediziner war zuletzt das Misstrauen ausgesprochen worden. Er hatte sich zuvor im Streit um die neuen Ärztearbeitszeitrichtlinien in den städtischen Spitälern für eine Annahme des Angebots der Stadt ausgesprochen. (APA, 18.6.2015)

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