Niggemeier verlässt "Krautreporter" und plant Portal für Medienkritik

17. Juni 2015, 18:33
2 Postings

Medienjournalist möchte eine eigene Plattform aufbauen, die von Lesern unterstützt wird

Wieder irgendwas mit Medien: Es ist noch recht vage, was Stefan Niggemeier plant. Fix ist jedenfalls, dass der deutsche Medienjournalist das Onlinemagazin "Krautreporter" verlässt. Niggemeier, auch Herausgeber und Initiator des kritischen "Bild"-Blogs, kündigt eine neue Plattform für Medienkritik an – unter Einbeziehung der Leser.

Auf seinem Blog schreibt Niggemeier, dass er zwar das Projekt "Krautreporter" richtig findet, die Umsetzung aber nicht nach seinen Vorstellungen verlief: "Der größte einzelne Fehler war meiner Meinung nach, eine eigene Software programmieren zu lassen, was viel Zeit, Geld und Nerven gekostet hat — und teilweise auch jetzt noch nicht richtig funktioniert."

Das zentrale Problem verortet er im redaktionellen Bereich. Der rote Faden habe gefehlt: "Uns trieb die Lust an, ein neues Geschäftsmodell auszuprobieren, aber nicht unbedingt eine gemeinsame redaktionelle Idee. Wir taten uns schwer damit, zu definieren, worüber wir berichten wollen und wie."

Mit Niggemeier verliert "Krautreporter" einen der bekanntesten Journalisten. Das Portal wurde vor einem Jahr nach erfolgreichem Crowdfunding aus der Taufe gehoben. Die Finanzierung gelang, nachdem über 15.000 Mitglieder ein Jahresabo um 60 Euro abschlossen. Wie es mit den Krautreportern weitergeht, wird sich nächste Woche zeigen. Von den 15.000 Mitgliedern müssen nämlich 6.000 ihr Abo verlängern, um ins zweite Jahr gehen zu können. (omark, 17.6.2015)

Share if you care.