Ausgestorbene Fledermaus ging lieber zu Fuß

18. Juni 2015, 07:00
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Sydney – Nicht nur viele Vogelarten haben sich im isolierten Ökosystem von Neuseeland das energieaufwendige Fliegen abgewöhnt. Australische Forscher fanden auf der neuseeländischen Südinsel die 16 Millionen Jahre alten Fossilien einer Fledermaus, die auf allen vieren gelaufen sein muss. Mystacina miocenalis lebte im frühen Miozän an den Ufern eines heute nicht mehr existierenden großen Sees inmitten eines subtropischen Regenwalds.

Noch heute leben dort drei Fledermausarten, die vorwiegend auf dem Boden herumkrabbeln – zwei davon sind nahe Verwandte von Mystacina miocenalis. Die im Fachmagazin "PLOS ONE" vorgestellte Art war jedoch mit einem Gewicht von etwa 40 Gramm dreimal so groß wie die durchschnittliche Fledermaus von heute. Ihre Zähne zeigen, dass sie von einer vergleichbaren Mischdiät aus Kleintieren und Früchten lebte wie die heutigen Arten. Doch dürfte ihr ihre Größe erlaubt haben, auch entsprechend größere Beute zu machen.

Der neue Fund zeigt, dass die Neuseelandfledermäuse (so lautet auch der Name dieser Familie) schon wesentlich länger auf den Inseln vorhanden sind als bisher belegt – der bislang älteste Fund war nur etwa 17.500 Jahre alt. (jdo, 17.6. 2015)

  • Eine Fledermaus der Spezies Mystacina tuberculata hat Beute gemacht. Diese rezente Art zeigt, wie ihre größere Verwandte aus dem Miozän gelebt haben muss.
    foto: rod morris

    Eine Fledermaus der Spezies Mystacina tuberculata hat Beute gemacht. Diese rezente Art zeigt, wie ihre größere Verwandte aus dem Miozän gelebt haben muss.

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