7,9 Milliarden Verlust: Finanzloch der Heta explodiert

17. Juni 2015, 18:17
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Wertberichtigungen auf Kredite, Verluste aus dem Balkannetz-Verkauf und in der Italien-Bank setzen der Heta zu

Wien – Die Hypo-Abbaueinheit Heta Asset Resolution ist in noch schlechterer Verfassung als bisher gedacht. Das Staatsunternehmen gab Mittwochabend – nach einigen Verschiebungen – einen Verlust von 7,9 Milliarden Euro (nach österreichischer Rechnungslegung) für das Jahr 2014 bekannt.

Die Unterkapitalisierung wurde mit sieben Milliarden Euro angegeben. Sie liegt damit am oberen Ende der Ende Februar kommunizierten Bandbreite. Verbindlichkeiten von 16,6 Milliarden stehen Vermögen von 9,6 Milliarden Euro gegenüber. Am 1. März wurde wegen des Bilanzlochs das Zahlungsmoratorium verkündet.

Neue Wertberichtigungen

Der Abgang resultierte zum größten Teil aus neuerlichen Wertberichtigungen von Krediten und Immobilien (3,3 Milliarden), aus den Verlusten aus dem Verkauf der Balkanbanken (1,7 Milliarden) und aus dem Fiasko der Italien-Tochter (1,3 Milliarden Euro). Offenbar sind selbst diese Horrorzahlen mit Vorsicht zu genießen: Die Wirtschaftsprüfer haben nur einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk abgegeben.

Inwieweit der Steuerzahler angesichts des Bilanzlochs von sieben Milliarden neuerlich zum Handkuss kommt, steht derzeit in den Sternen. Die Heta hat die Zahlungen an die Investoren am 1. März eingestellt. Allerdings wurden dagegen zahlreiche Klagen eingebracht. Vieles wird davon abhängen, ob die Kärntner Haftungen über rund knapp Milliarden Euro schlagend werden. Diese Absicherung verringert den Anreiz für die Gläubiger, einem Forderungsverzicht zuzustimmen.

Das Finanzministerium sieht in den neuen Heta-Zahlen eine Bestätigung der bisherigen Vorgangsweise, wie es in einer Aussendung hieß. Die Entscheidung, kein frisches Geld des Bundes mehr zur Verfügung zu stellen, sei "alternativlos" gewesen. (red, 17.6.2015)

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