Bereits 77 Tote bei Unruhen in Burundi

17. Juni 2015, 17:39
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Rund 1.000 Regierungsgegner seit Ende April festgenommen

Bujumbura – Bei den seit Wochen anhaltenden Oppositionsprotesten in Burundi sind inzwischen nach Angaben einer örtlichen Menschenrechtsorganisation 77 Menschen ums Leben gekommen. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl werde die Opferzahl wohl weiter ansteigen, warnte am Mittwoch Pierre Claver Mbonimpa, der Direktor der Vereinigung zum Schutz der Menschenrechte.

Die Organisation hatte zuletzt von mehr als 30 Toten gesprochen. Rund 1.000 Regierungsgegner seien seit Beginn der Proteste Ende April festgenommen worden.

Die Opposition sieht im Streben von Präsident Pierre Nkurunziza nach einer dritten Amtszeit einen Bruch der Verfassung. Die Präsidentschaftswahl wurde wegen der Demonstrationen um einige Wochen auf den 15. Juli verschoben. Rund 100.000 Menschen sind nach UN-Angaben aus Angst vor Gewaltausbrüchen in die Nachbarländer geflohen. Ein blutiger Bürgerkrieg mit schätzungsweise 300.000 Toten in dem kleinen ostafrikanischen Land ist erst vor zwölf Jahren zu Ende gegangen. (APA, 17.6.2015)

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