Inflation im Euroraum steigt erstmals seit Ende 2014

17. Juni 2015, 15:28
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Verbraucherpreise erhöhen sich im Mai um 0,3 Prozent

Brüssel/Berlin - Kurz nach dem Öffnen der Geldschleusen durch die EZB steigen die Preise in der Euro-Zone wieder. Die Inflationsrate lag im Mai bei 0,3 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte und damit eine erste Schätzung von Anfang Juni bekräftigte. Noch im April hatten die Preise stagniert, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gefallen waren.

Dies hatte die Europäische Zentralbank (EZB) auf den Plan gerufen, die seit März mit einem massiven Ankaufprogramm für Staatsanleihen die Inflation anheizen will. Damit soll verhindert werden, dass es zu einem deflationären Preisrutsch auf breiter Front kommt, der eine Wirtschaft auf Jahre lähmen kann. Von stabilen Preisen spricht die EZB nur bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent.

Die Experten der Commerzbank machen derzeit kaum Preisdruck aus und gehen davon aus, dass die EZB vorerst kein Ende ihrer extrem lockeren Geldpolitik ausruft: "Sie ist immer noch weit von ihren Zielen entfernt", erklärten die Ökonomen. Deshalb sei es wahrscheinlicher, dass die Zentralbanker ihr Kaufprogramm ausweiten oder verlängern als es herunterzufahren oder vorzeitig zu beenden. Die EZB will bis September 2016 für rund 1,1 Billionen Euro Staatsbonds und andere Wertpapiere wie Pfandbriefe und Hypothekenpapiere kaufen.

Den stärksten Einfluss auf die Inflation im Mai hatten dem Statistikamt zufolge teureres Gemüse, steigende Restaurantpreise und höhere Tabakkosten. Preisdämpfend wirkten vor allem ein Rückgang bei Heizöl und billigeres Tanken. Energie kostete knapp fünf Prozent weniger als vor Jahresfrist, während sich Dienstleistungen um 1,3 Prozent verteuerten. Von April auf Mai kletterten die Preise insgesamt um 0,2 Prozent. (Reuters, 17.6.2015)

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