Human Rights Watch wirft Libyens Regierung Folter vor

17. Juni 2015, 14:15
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Organisation befragte Gefängnisinsassen in Benghazi und al-Baida

Tobruk – Die international anerkannte libysche Regierung ist laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch für weitverbreitete Folter politischer Gefangener verantwortlich. Etwa die Hälfte der befragten Inhaftierten aus Gefängnissen in Benghazi und al-Baida im Osten des Bürgerkriegslandes hätten von Misshandlungen und erzwungenen Geständnissen berichtet, teilte die Organisation am Mittwoch mit. Zwei Insassen sollen an den Folgen gestorben sein.

Die Befragten berichteten von Schlägen mit Plastikrohren, Elektroschocks und Nahrungsentzug. Zudem seien die Häftlinge trotz monatelanger Haft weder angeklagt worden, noch hätten sie einen Anwalt oder einen Richter gesehen. Die Organisation befragte zwischen Jänner und April 73 Gefangene, bei ihnen habe es sich unter anderem um Islamisten und Terrorverdächtige gehandelt.

Vier Jahre nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi, gibt es in Libyen zwei konkurrierende Regierungen: Die weltlich orientierte und international anerkannte im östlichen Tobruk sowie eine islamistische Gegenregierung in der Hauptstadt Tripolis. Zudem sind die Terrormiliz "Islamischer Staat" und Al-Kaida in dem Land aktiv. (APA, 17.6.2015)

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