Österreichs Bischöfe: "Flucht ist kein Verbrechen"

17. Juni 2015, 13:07
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Katholische Bischofskonferenz fordert "mehr Menschlichkeit" von EU und wünscht sich eine "Willkommenskultur"

Wien/Mariazell – Die Bischofskonferenz hat bei ihrer Vollversammlung von Europa "mehr Menschlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen" eingefordert. "Was wir brauchen, sind Brücken und nicht nur Zäune", hieß es in der gemeinsamen Erklärung der österreichischen Bischöfe vom Mittwoch. Österreich dürfe beim Menschenrecht auf Asyl "keine Abstriche zulassen".

"Bewährungsprobe"

Das Schicksal der Zuflucht Suchenden sei "zur Bewährungsprobe für ganz Europa" geworden, hieß es, "Flucht ist kein Verbrechen". Den Asylsuchenden müssten stabile Verhältnisse für einen Neuanfang geboten werden. Die Bischöfe wünschen sich eine "breite Allianz aller gesellschaftlichen Kräfte" für eine "Willkommenskultur". Und die Sorgen und Ängste der Österreicher seien ernst zu nehmen, sollten aber durch Information und Verständigung ausgeräumt werden können. Es gebe positive Beispiele für ein Miteinander, doch solches werde durch die aktuelle Asyldebatte "überdeckt", bedauern die Bischöfe.

Die Kirche selbst habe in den letzten Monaten durch die Caritas Verantwortung übernommen und gemeinsam mit Pfarren und Klöstern über 1.000 neue Plätze geschaffen. Künftig soll es für jede Diözese Ansprechpersonen geben, die nach weiteren Quartieren suchen. (APA, 17.6.2015)

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