Ausgeschlossener FPÖ-Mandatar kann sich Vereinigung vorstellen

17. Juni 2015, 13:57
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Gerhard Schmid gibt sich nach Strache-Kritik an "Egomanen" versöhnlich und hält eine Rückkehr "in anderthalb Jahren" für möglich

Wien – Seit der Nationalratssitzung an diesem Mittwoch sitzen im Freiheitlichen Klub zwei Mandatare weniger. Rupert Doppler und Gerhard Schmid wurden nach der Spaltung der Salzburger FPÖ aus der Fraktion geworfen und sind nunmehr "wilde" Abgeordnete. Während Doppler sich entschuldigen ließ, nahm Schmid seine neue Rolle an und etwas einsam in der letzten Reihe Platz. Zum STANDARD sagte er am Rande der Sitzung, sein Verhältnis zur Bundes-FPÖ und dem Großteil der anderen Abgeordneten sei trotz der Querelen gut.

"Ich habe ersucht, dass man auf Augenhöhe bleibt, und wir haben einen erträglichen Abgang zustande gebracht", meint Schmid. Auch die Wortwahl von Parteiobmann Heinz-Christian Strache, der den ehemaligen Salzburger Klubchef Karl Schnell und seine Gefolgsleute am Dienstag als "Egomanen" bezeichnete, nimmt Schmid eher gelassen hin. "Dass in so einer Situation über die Hutschnur gegangen wird, ist nur realistisch, damit habe ich kein Problem. Da darf man nicht so sensibel sein."

Baldige Einigung vorstellbar

Eine etwaige Wiedervereinigung mit der Bundespartei ist für Schmid möglich. Das müsse sich aber "auf natürliche Art und Weise ergeben. Das kann schon ein Jahr dauern oder anderthalb." Die Situation könne sich bis zu den nächsten Wahlgängen in Salzburg und im Bund sowohl weiter verschärfen als auch entspannen – "da ist alles möglich". Einer Einigung dürfe man sich nicht entgegenstellen.

Davor müsse man sich aber trotzdem auf einen Rechtsstreit wegen der Namensgebung einstellen. Ob die FPÖ-Vorfeldorganisationen, wie von Salzburgs Interimsparteichef Andreas Schöppl angekündigt, hinter Strache stehen oder sich einige der Gruppe um Schnell anschließen, könne man noch nicht sagen. Bei Landtagswahlen in Salzburg habe man jedenfalls die besseren Chancen als die etablierte FPÖ, so Schmid. (Simon Moser, 17.6.2015)

  • Der aus der FPÖ ausgeschlossene Nationalrat Gerhard Schmid will nach der Abspaltung der Salzburger Landesgruppe eine Wiedervereinigung nicht ausschließen.
    foto: matthias cremer

    Der aus der FPÖ ausgeschlossene Nationalrat Gerhard Schmid will nach der Abspaltung der Salzburger Landesgruppe eine Wiedervereinigung nicht ausschließen.

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