Exekutor pfändet Kassen bei "Schuhrebell" Staudinger

17. Juni 2015, 11:13
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Gea-Hersteller Heini Staudinger verweigert die Zahlung einer Geldstrafe von 2.626 Euro

Wien/Schrems – In den vier Wiener Filialen der Waldviertler Schuhwerkstatt (Gea) von Heini Staudinger sind am Dienstagabend die Kassenbestände gepfändet worden. Ein Exekutionsauftrag sei gleichzeitig vollstreckt worden, berichtete der "Kurier" am Mittwoch. Bereits vergangene Woche hätten Möbel gepfändet werden sollen. Dazu kam es jedoch nicht, stattdessen holten die Exekutoren nun Bargeld.

Jahrelanger Rechtsstreit

Staudinger streitet seit Jahren mit der Finanzmarktaufsicht (FMA), weil er für seine Firma fast 2,8 Millionen Euro von Privatpersonen geliehen und den Geldgebern dafür vier Prozent Zinsen gezahlt hat. Laut FMA und Höchstgericht ist das ein illegales Bankgeschäft. Inzwischen hat Staudinger sein Finanzierungsmodell umgestellt, die Gelder sind nun als Nachrangdarlehen ausgewiesen. Er weigerte sich jedoch, eine Verwaltungsstrafe der FMA von 2.626 Euro zu zahlen.

"Mit aller Schärfe sind Exekutoren gegen unsere Verkäufer vorgegangen. Sie wollten aber nicht unsere Möbel, sondern nur das Bargeld aus der Kassa", berichtete Staudinger laut "Kurier". Am Dienstag gegen 17 Uhr seien jeweils zwei Finanzbeamte in den Gea-Filialen in Wien aufgetaucht. "Sie haben den Vollstreckungsauftrag hergezeigt und verlangt, dass wir die Kassa aufmachen. Danach haben sie das Geld entnommen und Notiz darüber gemacht", schilderte Staudingers Filialleiter in der Wiener Himmelpfortgasse.

FMA: Neues Modell gesetzeskonform

Wie viel Geld mitgenommen wurde, weiß Staudinger noch nicht. Durch das Pfänden der Kassenbestände wird eine Zwangsversteigerung der Möbel vermutlich obsolet.

Die FMA ist in der Causa Staudinger selbst nicht mehr aktiv. "Für uns ist der Fall abgeschlossen. Herr Staudinger hat sein Modell gesetzeskonform umgestellt", hieß es vergangene Woche von der Finanzmarktaufsicht. (APA, 17.6.2015)

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