Inflation weiter niedrig, Wohnen bleibt teuer

17. Juni 2015, 09:40
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Wohnungsmieten fünf Prozent höher, Nahrungsmittel nur geringfügig teurer, Sprit deutlich günstiger

Wien – Die Teuerung ist in Österreich weiter schwach. Wie schon im März und April blieb die Jahresinflationsrate auch im Mai bei 1,0 Prozent. Stärkster Preistreiber war wieder das Wohnen, Treibstoffe erwiesen sich als Hauptpreisdämpfer. Ohne die niedrigen Spritpreise hätte die Inflation im Mai 1,3 Prozent betragen, wie die Statistik Austria am Mittwoch erklärte.

Die Wohnungsmieten legten im Jahresabstand um fünf Prozent zu, Nahrungsmittelpreise nur um 0,6 Prozent. Die Ausgaben für Verkehr sanken um 2,1 Prozent, wobei Sprit gleich um 8,7 Prozent günstiger war.

Die Teuerung für Pensionistenhaushalte (PIPH) betrug gegenüber dem Vorjahr 1,3 Prozent. Die für die Eurozone ermittelte harmonisierte Inflationsrate Österreichs (HVPI) lag bei 1,0 Prozent. Gegenüber dem April stieg das Preisniveau um 0,3 Prozent, laut HVPI-Rechnung erhöhten sich die Verbraucherpreise im Schnitt um 0,2 Prozent.

Wocheneinkauf weiterhin billiger als im Vorjahr

Der typische wöchentliche Einkauf, der neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, kam billiger als ein Jahr davor, jedoch schrumpfte der Preisrückgang von 0,6 Prozent im April auf 0,2 Prozent im Mai. Der klassische tägliche Einkauf, der vor allem Nahrungsmittel umfasst, verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent, stieg also etwas schwächer als das allgemeine Preisniveau (VPI).

Den stärksten Einfluss auf die Jahresteuerung hatte die Ausgabengruppe Wohnen, Wasser, Energie mit durchschnittlich 1,4 Prozent. Neben Wohnungsmieten (+5,0 Prozent) verteuerten sich etwa auch die Betriebskosten für Mietwohnungen (+2,8 Prozent) und Eigentumswohnungen (+2,2 Prozent). (APA, 17.6.2015)

Preisentwicklung gegenüber dem Vorjahr nach Ausgabengruppen (Auswahl)

Restaurants und Hotels: +3,0 Prozent

Bewirtungsdienstleistungen: +3,2
Beherbergungsdienstleistungen: +0,6

Verschiedene Waren und Dienstleistungen: +1,9 Prozent

Wohnen, Wasser, Energie: +1,4 Prozent

Wohnungsmieten: +5,0
Betriebskosten für Mietwohnungen: +2,8
Betriebskosten für Eigentumswohnungen: +2,2
Instandhaltung von Wohnungen: +1,0

Fernwärme: +4,5
Feste Brennstoffe: +1,5
Strom +0,3
Gas: -0,3
Heizöl: -13,8

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke: +1,1 Prozent

Bohnenkaffee: +10,4
Alkoholfreie Getränke: +4,1
Gemüse: +2,7
Brot und Getreideerzeugnisse: +2,0
Fleisch: +0,8
Obst: +0,4
Milch, Käse, Eier: -1,3

Verkehr: -2,1 Prozent

Superbenzin: -7,2
Diesel: -9,7

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    grafik: apa
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