"Schwerstbehinderte" verschwinden aus Schulgesetzen

16. Juni 2015, 14:46
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Neue Reifeprüfung ab 2017 auch an Abendschulen und Kollegs und bei Berufsreifeprüfung

Wien – Der Begriff "schwerstbehindert" wird aus den Schulgesetzen gestrichen und ab Herbst durch "SchülerInnen mit erhöhtem Förderbedarf" ersetzt. Eine entsprechende Gesetzesnovelle hat am Dienstag den Ministerrat passiert. Außerdem wird die neue Reifeprüfung inklusive Zentralmatura ab 2017 auch auf Abendschulen sowie Kollegs ausgeweitet.

Wunsch der Eltern

"Der unscharfe, problematische und diskriminierende Begriff 'schwerstbehindert' wird ab Herbst durch 'SchülerInnen mit erhöhtem Förderbedarf' ersetzt", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in einer Aussendung. "Mit dieser Novelle setzen wir eine wichtige Sensibilisierungsmaßnahme und tragen einem langjährigen Elternwunsch Rechnung." Auch in den Zeugnissen soll der Begriff nicht mehr vorkommen. "Haushaltungsschulen" und "Hauswirtschaftsschulen" werden künftig außerdem zu "Wirtschaftsfachschulen", "Schulen für Fremdenverkehrsberufe" zu "Schulen für Tourismus".

Ab 2017 findet die neue Reifeprüfung mit vorwissenschaftlicher Arbeit, schriftlicher Zentralmatura und mündlicher Matura auch an Abendschulen und Kollegs statt. Konkret betroffen sind etwa Abend-AHS, Abend-BHS bzw. Kollegs sowie die jeweils für Berufstätige eingerichteten Bildungsanstalten für Kindergarten- bzw. Sozialpädagogik sowie entsprechende Kollegs. Außerdem soll die Matura Neu ab 2017 auch bei der Berufsreifeprüfung gelten. (APA, 16.6.2015)

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