Hütter: "Ich sehe mich nicht als Ausbildungstrainer"

16. Juni 2015, 14:06
728 Postings

Salzburg-Trainer über die Gründe seines Abschieds – Manager Sauer: "Champions League nicht mehr als Rucksack aufbürden"

Salzburg - Der Ex war auch zu Gast. Bei der am Dienstag von Red Bull Salzburg angesetzten Pressekonferenz äußerte sich neben dem sportlichen Leiter Christoph Freund und General Manager Jochen Sauer auch Meistermacher Adi Hütter zu seinem vorzeitigen Abgang. "Ich sehe mich nicht als Ausbildungstrainer", ließ er wissen.

Streitpunkt Transferpolitik

Die Transferpolitik des Vereins machte Hütter zu schaffen. Es sei mit seinen Zielen nicht vereinbar, "acht Topspieler in einem Jahr zu verlieren". Die Salzburger hatten im Laufe der Saison mit Sadio Mane, Alan und Kevin Kampl wichtige Stützen verloren. Nun folgte durch die Abgänge von Andre Ramalho, Peter Gulacsi, Stefan Ilsanker und voraussichtlich auch Marcel Sabitzer ein weiterer Aderlass.

"Man muss immer wieder von Neuem beginnen, ich möchte nicht nur mit Talenten arbeiten", so Hütters Klage. Jochen Sauer hielt dagegen: "Die Strategie muss sich an den Rahmenbedingungen orientieren, ein Spieler bleibt in der Regel keine zehn Jahre." Vor allem dann nicht, wenn sich der Spieler schneller entwickle als der Verein.

Kein Rucksack

Vor einem Jahr, so Sauer, hätte man versucht, die Spieler mit aller Kraft zu halten, dies sei nun nicht mehr möglich gewesen. Für Hütters Unmut bringt Sauer Verständnis auf: "Kein Trainer freut sich, wenn er gute Spieler abgeben muss." Ein Trainer von Salzburg müsse den eingeschlagenen Weg aber mitgehen wollen, dies sei bei Hütter nicht mehr zur Gänze der Fall gewesen.

Die Ziele des Vereins korrigierte Sauer ein wenig nach unten: "Wir wollen auch in der kommenden Saison nicht Vizemeister werden, wollen uns das Ziel Champions League aber nicht mehr als Rucksack aufbürden." Ein neuer Trainer soll bis zum Trainingsauftakt am 27. Juni präsentiert werden.

Verbocktes Ziel

Der Kader soll bis dahin noch verstärkt werden, internationale Starspieler sind aber nicht zu erwarten: "Qualität bekommen wir nur im jüngeren Segment."

Hütter will derweil die vergangenen Jahre reflektieren und blickt zufrieden auf seine Zeit bei Red Bull Salzburg zurück, Wermutstropfen Champions League: "Das große Ziel haben wir verbockt." (red, 16.6.2015)

  • Nahm ein letztes Mal Platz: Adi Hütter.
    foto: apa/gindl

    Nahm ein letztes Mal Platz: Adi Hütter.

  • General Manager Jochen Sauer, der sportliche Leiter Christoph Freund und  der ehemalige Trainer von Meister Red Bull Salzburg, Adi Hütter.
    foto: apa/gindl

    General Manager Jochen Sauer, der sportliche Leiter Christoph Freund und der ehemalige Trainer von Meister Red Bull Salzburg, Adi Hütter.

Share if you care.