Filehoster Mega: Nur 0,002 Prozent aller Uploads verstoßen gegen Urheberrecht

11. Juli 2015, 08:57
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Transparenzbericht veröffentlicht - Weniger als 0,02 Prozent aller Nutzerkonten werden gesperrt

Der Filehoster Mega, der von Kim Dotcom gegründete Nachfolger des von den US-Behörden vom Netz genommenen Dienstes Megaupload, hat seinen ersten Transparenzbericht veröffentlicht. Dieser geht unter anderem auf die Frage von Urheberrechtsverstößen ein.

Diese ist für die Branche von hoher Relevanz, waren doch die Hostingdienste in der Vergangenheit beliebte Plattformen für den Austausch von copyrightgeschütztem Material, was zu zahlreichen Auseinandersetzungen mit der Film-, Musik- und Spieleindustrie geführt hat.

Filmupload muss kein Verstoß sein

Mega betont einleitend, dass das Unternehmen zwar in Neuseeland ansässig ist, aber versuche, sich auch in anderen Regionen und Ländern an dortige Rechtsnormen zu halten. Unter diesem Gesichtspunkt erklärt man, dass etwa das Hochladen eines geschützten Werkes alleine noch nicht unbedingt als Urheberrechtsverstoß zu sehen ist. So erlauben etwa einige Länder das Anlegen einer Privatkopie. Wer sich etwa einen Film kauft und diesen bei Mega speichert, ohne ihn für andere freizugeben, bewegt sich also innerhalb des Gesetzes.

Nur sehr wenige Uploads sollen problematisch sein

Die Anzahl der Dateien, die Mega aufgrund von Urheberanfragen entfernt hat, ist im Vergleich zum Gesamtaufkommen gering. Pro Tag werden mittlerweile 15 bis 20 Millionen Dateien hochgeladen. Von diesen hat man zwischen dem ersten Quartal 2013 und dem ersten Quartal 2015 jeweils zwischen 30.000 und 107.000 Dateien aufgrund eindeutiger Verstöße entfernt. Damit wurden zuletzt nur zwei Tausendstelprozent (0,002 Prozent) aller Dateien als Urheberrechtsverstoß bewertet, fasst Torrentfreak zusammen.

Schnelle Reaktion

Mega kennt zwei Möglichkeiten, auf berechtigte Beschwerden zu reagieren. Das Unternehmen kann entweder einen oder mehrere Links zu den jeweiligen Dateien löschen, die Inhalte selbst aber auf den Servern belassen. Dies ermöglicht es, das Recht auf Privatkopie oder etwaige Fair Use-Ansprüche zu sichern. Freilich ist es auch möglich, die Dateien komplett zu entfernen.

Dabei geht man nach eigenen Angaben sehr zügig auf übermittelte DMCA-Meldungen ein. Während andere Filehoster versuchen, eine entsprechende Löschungsaufforderung binnen eines Tages zu prüfen, versucht Mega innerhalb von vier Stunden zu reagiere – und wäre damit sogar schneller als Google.

Kaum Wiederholungstäter

Nutzer, die sich fünf oder mehr erfolgreiche Urheberbeschwerden einhandeln, werden gesperrt. Die Statistik zeigt, dass die Anzahl der Kontoblockaden seit über einem Jahr zurückgeht. Deaktivierte man im vierten Quartal 2013 noch knapp 9.000 Zugänge, waren es ein Jahr später weniger als 1.000. Der Anteil an Sperrungen gemessen an der Gesamtzahl registrierter User lag zuletzt bei unter zwei Promille.

Der Veröffentlichungszeitpunkt des Transparenzberichtes dürfte freilich nicht ganz zufällig gewählt sein. Im Mai sah sich Mega durch eine von der Unterhaltungsindustrie unterstützten Studie von NetNames dem Vorwurf ausgesetzt, sich durch Urheberrechtsverstöße zu bereichern. Die Arbeit ließ man von der namhaften und in diesem Rechtsbereich erfahrenen Anwaltskanzlei Olswang prüfen, die daran schließlich harsche Kritik übte und die Studie als "hochgradig verleumderisch" bezeichnete. (gpi, 11.07.2015)

  • "Game of Thrones" ist auch unter Piraten sehr beliebt. Der Filehoster Mega wird nach eigenen Angaben aber kaum als Umschlagplatz für geschützte Inhalte verwendet.
    foto: hbo

    "Game of Thrones" ist auch unter Piraten sehr beliebt. Der Filehoster Mega wird nach eigenen Angaben aber kaum als Umschlagplatz für geschützte Inhalte verwendet.

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