Jemenitische Rebellen wollen nicht mit Exilregierung verhandeln

16. Juni 2015, 14:27
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Stattdessen Dialog mit Saudi-Arabien gefordert

Genf/Sanaa - Die jemenitischen Rebellen wollen bei den von den Vereinten Nationen vermittelten Friedensgesprächen in Genf nicht mit der Exilregierung ihres Landes verhandeln. Diese habe "keine Legitimität", sagte Mohammed Zubairi von der Ansarullah-Bewegung am Dienstag. Die Rebellen wollten stattdessen "einen Dialog mit Saudi-Arabien, um die Aggression zu beenden".

Die Vertreter der Rebellen waren Dienstag früh mit Verspätung in Genf eingetroffen. Ihr Flugzeug war zuvor fast 24 Stunden lang in Dschibuti aufgehalten worden, wofür die Aufständischen Ägypten und den Sudan verantwortlich machten.

Vermittler Oman

Offenbar schaltete sich der Oman als Vermittler ein: Ansarullah-Sprecher Mohammed Abdel-Salam veröffentlichte im Online-Netzwerk Facebook eine Mitteilung, in der er dem Sultanat für dessen Einsatz bei der Lösung des Problems dankte. Der Oman ist die einzige Golfmonarchie, die sich nicht an den von Saudi-Arabien angeführten Luftangriffen auf die Rebellen im Jemen beteiligt. Das Land unterhält sowohl gute Beziehungen zum Iran als auch zu Saudi-Arabien.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon war am Montag in Genf bereits mit den Vertretern der jemenitischen Regierung zusammengetroffen, die sich in Saudi-Arabien im Exil befindet. Er forderte die Konfliktparteien zu einer "zweiwöchigen humanitären Waffenruhe" anlässlich des islamischen Fastenmonats Ramadan auf, der in dieser Woche beginnt.

Schiitische Houthi-Rebellen und ihre Verbündeten kämpfen im Jemen gegen Soldaten, die dem nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi die Treue halten. Im Jänner brachten die Rebellen Sanaa vollständig unter ihre Kontrolle. Die am 26. März gestarteten Luftangriffe der arabischen Militärkoalition konnten die Kämpfe bisher nicht stoppen. (APA, 16.6.2015)

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