Endgültige Entwarnung im ersten slowakischen Mers-Verdachtsfall

16. Juni 2015, 08:25
5 Postings

Andere bakterielle Infektion der Atemwege nachgewiesen – Weitere Tote in Südkorea

Seoul/Bratislava – Die Slowakei hat in ihrem ersten Mers-Verdachtsfall endgültige Entwarnung gegeben. Es könne mit Gewissheit ausgeschlossen werden, dass ein seit Samstagabend in Bratislava behandelter Südkoreaner an Mers erkrankt sei.

Weil einer von vier Bluttests am Wochenende in einem Prager Labor ein Ergebnis nahe am Grenzwert ergeben hatte, war der 39-Jährige zur Sicherheit nochmals getestet worden. Nun stehe aber fest, dass er nur an einer anderen bakteriellen Infektion der Atemwege leide, sagte die Sprecherin der Spezialklinik für Infektionskrankheiten in Bratislava. Er müsse nur noch für einige Tage im Krankenhaus bleiben.

Aufatmen können nun auch 35 Gäste und 14 Mitarbeiter eines Hotels in der nordslowakischen Stadt Zilina. Sie waren mit dem Mann in Kontakt gekommen und wurden deshalb von der Polizei mit Reiseverbot belegt, bis eine Ansteckung auszuschließen war.

Weitere Tote in Südkorea

In Südkorea sind indessen an der Atemwegskrankheit drei weitere Menschen gestorben. Damit seien bereits 19 Menschen der Infektionskrankheit erlegen, teilte das Gesundheitsministerium in Seoul am Dienstag mit. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg demnach um vier auf insgesamt 154 Fälle.

Dabei wurden sowohl die Todesopfer berücksichtigt als auch die 17 Patienten, die nach einer Mers-Infektion als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Der Zustand von 16 der 118 Mers-Patienten, die nun noch in Behandlung sind, sei instabil.

Infektionen in Spitälern

Von den vier Neuinfektionen wurden vier im Samsung Medical Centre in der Hauptstadt Seoul festgestellt, einem der beiden Zentren der Epidemie. Mehr als 70 Krankheitsfälle stehen in Verbindung mit dem renommierten Krankenhaus. Am Sonntag stellte es vorübergehend seinen Betrieb ein.

Der zweite Krankheitsherd, das St. Mary Hospital in Pyeongtaek, 65 Kilometer südlich von Seoul, ist wegen des Mers-Ausbruchs geschlossen. Es soll voraussichtlich Ende Juni wieder öffnen, da zuletzt keine neuen Mers-Fälle gemeldet wurden. Derzeit stehen noch mehr als 5.500 Menschen unter Quarantäne, um eine weitere Ausbreitung von Mers zu verhindern.

Gruppe der Coronaviren

In Südkorea wurde der erste Mers-Fall am 20. Mai bekannt, der 68-jährige Patient war kurz zuvor von einem Aufenthalt in Saudi-Arabien zurückgekehrt. Seitdem breitete sich das Virus ungewöhnlich schnell aus.

Bei dem Mers-Virus handelt es sich um einen seit dem Jahr 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch kann es zu Nierenversagen kommen. (APA, 16.6.2015)

  • In Seoul werden weiterhin öffentliche Gebäude und Plätze desinfiziert.
    foto: epa/kim chul-soo

    In Seoul werden weiterhin öffentliche Gebäude und Plätze desinfiziert.

Share if you care.