Verkauf der slowenischen Telekom droht zu scheitern

16. Juni 2015, 08:03
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Slowenische Staatsholding lehnte zusätzliche Bedingungen des Käufers ab

Der Verkauf der slowenischen Telekom an den Finanzinvestor Cinven droht zu scheitern. Die slowenische Staatsholding (SDH) hat am Montag alle zusätzlichen Bedingungen des Käufers abgelehnt, teilte die SDH mit. Damit setzt sich das Tauziehen um die Telekom-Privatisierung fort, denn der Verkäufer sagte den Deal nicht komplett ab.

Risiken

Zusätzliche Bedingungen, die der britische Private-Equity-Fonds wegen Risiken um die mazedonische Telekom-Tochter forderte, stellen laut SDH ein zu großes Risiko für das Verkaufskonsortium dar und könnten unberechtigt zu niedrigerem Kaufpreis führen. Die SDH sei aber nach wie vor bereit Cinvens ursprüngliches verbindliches Offert anzunehmen, hieß es.

Der Ball ist damit wieder bei Cinven. Der Finanzinvestor hatte vergangene Woche eine Ergänzung zu seinem Offert unterbreitet und zu dem Zeitpunkt betont, dass ohne sie ein Abschluss des Geschäfts nicht möglich sei. Der Zusatz ist mit der anhängigen Zulassung der geplanten Fusion von den mazedonischen Töchtern der Telekom Slovenije (One) und Telekom Austria (Vip Operator) verbunden.

Verschmelzung

Die Verschmelzung von One und Vip Operator war bereits im Oktober 2014 vereinbart worden, bis heute wartet man aber auf die Genehmigung der mazedonischen Wettbewerbshüter. Medienberichten zufolge bedingen die Briten den Telekom-Kauf mit der vorherigen Klärung der Unsicherheiten um dieses Geschäft. Sie möchten erreichen, dass mögliche Risiken auf Käufer und Verkäufer verteilt werden.

Die Telekom Austria wird laut der Vereinbarung das fusionierte Unternehmen mit 55 Prozent kontrollieren. Der Deal beinhaltet außerdem Call- und Put-Optionen für den Ausstieg der Telekom Slovenije. Mit dem Ausstieg, der von den Medien auf rund 100 Mio. Euro beziffert wird, rechnet der britische Private-Equity-Fonds offenbar fest. (APA, 16.6.2015)

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