"Polfie": Strafzettel-Selfies mit Polizisten erobern Sri Lanka

15. Juni 2015, 17:52
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Nutzer heischen nach Aufmerksamkeit, Behörden begrüßen kuriosen Trend

Dass ein Selfie nicht unbedingt gleich ein Selfie ist, konnte man in der Vergangenheit schon öfters beobachten. Denn mitunter nehmen Menschen Bilder von sich unter einem bestimmten Motto, in einer bestimmten Pose oder mit einer anderen Besonderheit auf.

Eine etwas kuriose Variante der Handyfotos für Selbstverliebte ist nun im südasiatischen Inselstaat Sri Lanka zum Trend geworden, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Sie nennt sich "Polfie".

Knipsen für das Ego

Unter einem "Polfie" versteht man eine Wortschöpfung aus "Police" und "Selfie". Allerdings geht es dabei weniger darum, Ordnungshüter bei ihrem Tun zu überwachen, sondern offenbar (und bei Selfies generell üblich) um Selbstdarstellung.

Wer von einem Polizisten mit einem Strafmandat belegt wird, beispielsweise für zu schnelles Fahren oder Falschparken, knipst einfach ein Foto mit sich und dem Exekutivbeamten und teilt dies in sozialen Netzwerken. Sinn und Zweck, so analysiert Gossip Lanka News: Erhöhte Aufmerksamkeit von Freunden zu erhalten.

Behörden erfreut

Bei den Behörden sieht man den Trend anscheinend gelassen, ja sogar positiv. Das Argument: Die Fotos würden dokumentieren, dass die Polizei ihrer Arbeit nachgeht und Strafzettel ausstellt. Im Konfliktfall könnten die Bilder auch als Beweismaterial dienen.

Allerdings könnten die "Polfies" auch zu einem Problem werden. Nämlich dann, wenn manche Verkehrsteilnehmer kleine Geldstrafen womöglich absichtlich in Kauf nehmen, um sich mehr "Likes" auf Facebook und Co. zu sichern. Bislang gibt es aber noch keine glaubwürdigen Berichte darüber, dass die Strafzettel-Selfies zu Mehrarbeit für die Polizei führen würden. (gpi, 15.06.2015)

  • Die Behörden sehen den "Polfie"-Trend durchaus positiv.
    foto: twitter

    Die Behörden sehen den "Polfie"-Trend durchaus positiv.

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