Steßl: "Arbeitslose fühlen sich von Politik nicht repräsentiert"

15. Juni 2015, 14:41
133 Postings

Staatssekretärin betont Inklusivität als Bedingung für Wachstum

Wien - Arbeitslosigkeit ist mehr als nur eine Vergeudung von Ressourcen, deshalb sollte sie vermieden werden, betonte Kanzleramtsstaatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) in ihrer Eröffnungsrede anlässlich der 43. Volkswirtschaftlichen Tagung der Nationalbank am Montag in Wien.

Wer arbeitslos oder wirtschaftlich schlechter gestellt sei, habe weniger Chancen am gesellschaftlichen Leben und an demokratischen Prozessen teilzunehmen, fühle sich oft ausgeschlossen und von der Politik nicht repräsentiert. "Wer sich ausgeschlossen fühlt, neigt eher dazu, irrational zu wählen", betonte die Staatssekretärin weiter.

Arbeitslose würden oft "extremistische Parteien, die nur Instinkte ansprechen, anstatt echte Perspektiven zu bieten" wählen oder zu den Nichtwählern abwandern. Man müsse deswegen langfristige Perspektiven für wirtschaftliches Wachstum bieten, um das Selbstbewusstsein der Bevölkerung zu stärken und für politische und soziale Stabilität zu sorgen, so Steßl.

Inklusivität als Vorbedingung für Wachstum

Inklusivität sei für eine demokratische Gesellschaft eine Vorbedingung für nachhaltiges Wachstum. Ungleiches Wachstum, das nur die Einkommen von "wenigen Glücklichen" erhöhe, könne nicht ewig andauern und würde die Ausgeschlossenen nur noch mehr frustrieren, erklärte die Kanzleramtsstaatssekretärin.

Wenn wirtschaftliche Eliten die Mehrheit der Bürger von der politischen Teilhabe ausschließen, sei das nicht nur unvereinbar mit den demokratischen Grundlagen der EU, sondern auch schlechte Wirtschaftspolitik: die ausgeschlossenen Bürger hätten keinen Anreiz, produktiver zu sein. (APA, 15.6.2015)

  • Staatssekretärin Sonja Steßl: "Wer sich ausgeschlossen fühlt, neigt eher dazu, irrational zu wählen".
    foto: apa/helmut fohringer

    Staatssekretärin Sonja Steßl: "Wer sich ausgeschlossen fühlt, neigt eher dazu, irrational zu wählen".

Share if you care.