SPÖ tritt für Fußgängerzone im Börsenviertel ein

16. Juni 2015, 09:47
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Areal zwischen Gmeiner-Park und Concordiaplatz soll nach Plänen der Bezirks-SPÖ autofrei werden - Mindestens 60 Parkplätze wären davon betroffen

Wien - Die Bezirks-SPÖ im schwarz regierten ersten Wiener Gemeindebezirk sorgt mit einem Vorstoß für Aufregung: Geht es nach Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Daniela Ecker-Stepp (SPÖ), soll das Areal zwischen Gmeiner-Park und Concordia-Platz autofrei werden (siehe Grafik). Der gewonnene Freiraum im Börseviertel soll vor allem den rund 400 Schülern der Volksschule Börsegasse und der Kooperativen Mittelschule Renngasse zugute kommen. "Dazu hat sich bei einer Umfrage unter allen Bezirksbewohnern 2014 gezeigt, dass die Schaffung von Freiräumen von Anrainern gewünscht wird", sagt Ecker-Stepp dem STANDARD.

60 Parkplätze betroffen

Die Projektidee der SPÖ bedeutet aber auch, dass von den Maßnahmen mindestens 60 Parkplätze betroffen wären. Ecker-Stepp spricht sich für deren Auflösung aus. "Innerstädtisch ist die große Frage: Wer bekommt Platz? Und wer bekommt wofür Platz?"

Konkret soll der südliche Teil des Börseplatzes, die Börsegasse zwischen Gmeiner-Park und Tiefer Graben, die Renngasse und der Concordia-Platz zu einer Fußgängerzone werden. Das kurze Stück zwischen Heinrichsgasse und Tiefer Graben ist in der SPÖ-Projektidee als Begegnungszone ausgeführt. Dort verkehrt auch der Bus 2A.

"Keine klassische Fußgängerzone"

Insgesamt soll dadurch - inklusive Gmeiner-Park - ein Freiraum von 15.000 m2 entstehen. "Da soll man", sagt Ecker-Stepp, "zum Beispiel auch Kleinkindern das Fahrradfahren lernen können." Eine "klassische Fußgängerzone" sei das nicht. Die Schulen in den angrenzenden beiden Schulen haben keinen Schulhof, mit den autofreien Zonen würden die Bildungseinrichtungen eine Art Schulvorplatz bekommen.

Ecker-Stepp will nach der Präsentation der Idee mit den Bezirksbewohnern in einen Dialog treten. Die Kosten für das Projekt müssten noch erarbeitet werden. Ende November, also erst nach der Wien-Wahl, will sie den Antrag im Bezirk einbringen. Laut Ecker-Stepp ist es ein "Bezirksprojekt, das der Bezirk alleine umsetzen kann".

Fußgänger in der City sollen mehr Raum bekommen

In Sachen Ideen für die Zurückdrängung des Autoverkehrs in der City scheinen sich die Parteien derzeit gegenseitig übertrumpfen zu wollen. Geht es nach Bezirkschefin Ursula Stenzel (ÖVP), soll die gesamte City zu einer Begegnungszone werden. Recht konkret sind die Vorstellungen der Wiener Grünen für die Rotenturmstraße. Dort könnten Gehsteige verbreitert und 25 Auto-Abstellplätze beseitigt werden. Stenzel sprach sich gegen das Projekt aus. Zudem gibt es Vorschläge von Anrainern und Liegenschaftseigentümern, die die Herrengasse auf eigene Kosten in eine Begegnungszone umwandeln wollen. (David Krutzler, 15.5.2015)

  • Die Idee will Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Daniela Ecker-Stepp (SPÖ) den Anrainern demnächst präsentieren. Die Schaffung von Freiraum für Fußgänger würde auch mindestens 60 Parkplätze betreffen.
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    Die Idee will Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Daniela Ecker-Stepp (SPÖ) den Anrainern demnächst präsentieren. Die Schaffung von Freiraum für Fußgänger würde auch mindestens 60 Parkplätze betreffen.

  • Inklusive Gmeiner-Park soll für Schüler und Anrainer im Börsenviertel ein Freiraum von 15.000 m2 entstehen.
    grafik: spö wien

    Inklusive Gmeiner-Park soll für Schüler und Anrainer im Börsenviertel ein Freiraum von 15.000 m2 entstehen.

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