Neues Luzerner Musiktheater soll 2023 den Betrieb aufnehmen

15. Juni 2015, 14:00
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Salle Modulable soll kein Tempel für elitäre Musikschwärmer werden

Luzern - 2023 soll Luzern ein neues Haus für Musiktheater erhalten. Die Standortevaluation und eine erste Kostenschätzung für die "Salle Modulable" soll Ende 2015 abgeschlossen sein. Luzerns Regierungspräsident Reto Wyss betonte bei einer Pressekonferenz am Montag, dass die "Salle Modulable" viel mehr als ein Neubau für das bestehende, stark veraltete Luzerner Theater sein werde. Es solle vor allem auch das kulturpolitische Modell des Kultur- und Kongresszentrums Luzern weiterentwickeln und etwa dem Luzerner Theater, dem Lucerne Festival, dem Sinfonieorchester und der Freien Szene eine Plattform bieten.

Die Salle Modulable solle "kein Tempel für elitäre Musikschwärmer" werden, betonte Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable. Er sprach von einem neuen, urbanen Treffpunkt für die ganze Bevölkerung. Sowohl konventionelle als auch experimentelle Inszenierungen müssten Platz haben. Achermann stellte das Rahmenkonzept vor, das eingehalten werden muss, damit sich die Stiftung mit 120 Mio. Franken (114,62 Mio. Euro) an diesem Projekt beteiligen wird: Das neue Theater muss zentral gelegen und gut erschlossen sein und über bis zu 1.200 Sitzplätze verfügen.

Flexibler Aufführungsraum

Entstehen soll ein flexibler Aufführungsraum. Neben den Bühnen und dem Zuschauerraum sollen auch Wände und Decken variabel versetzbar sein. "Die Künstler sollen eine möglichst große künstlerische Freiheit für die Interaktion mit dem Publikum haben", sagte Achermann.

Wo die Salle Modulable gebaut werden soll, ist noch unklar. Geprüft werden drei Standorte: Theaterplatz, Carparkplatz Inseliquai oder Schotterplatz Alpenquai. Alle drei Standorte hätten ihre Vor- und Nachteile und ihren spezifischen Reiz, sagte Stadträtin Ursula Stämmer. Die Standortentscheidung trifft die Stadt Luzern, im Dezember 2015 will der Stadtrat den entsprechenden Bericht und Antrag mit dem Baurechtsvertrag dem Parlament unterbreiten. Zurzeit wird eine vergleichende Studie sowie eine Standortempfehlung erarbeitet.

Ebenfalls noch unklar ist, wie viel der Neubau kosten wird. Ende Jahr soll eine erste Schätzung der Bau- und Betriebskosten vorliegen. Bis Ende 2018 müssen alle für die Realisierung notwendigen politischen Entscheide von Stadt und Kanton gefällt und die Finanzierung sichergestellt sein.

Im ersten Halbjahr 2016 wird der Architekturwettbewerb durchgeführt, das Ergebnis wird Anfang 2017 erwartet. Das Baubewilligungsverfahren soll bis Ende 2021 abgeschlossen sein und das neue Theater nach zweijähriger Bauzeit 2023 in Betrieb gehen. (APA, 15.6.2015)

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