Britisches Musikfestival: Polizei scannt 90.000 Gesichter

15. Juni 2015, 13:55
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Kriminelle sollen ausgesiebt werden, außerdem RFID-Chips für bargeldloses Bezahlen

Das britische "Download"-Festival in Leicestershire gerät ins Visier von Datenschützern: Denn die dortige Polizei hat in Kooperation mit den Festivalbetreibern eine massive Überwachungsaktion durchgeführt. Die Gesichter aller Besucher wurden gescannt und mit internationalen Polizeidatenbanken abgeglichen. So sollten laut Independent
Kriminelle ausgesiebt und das Festival damit sicherer gemacht werden.

Bargeldlos

Außerdem führte das "Download"-Festival RFID-Chips zum bargeldlosen Bezahlen ein. Damit wurden auch Checkpoints beim Wechsel einzelner Zonen (etwa von Camping zu Konzerten) durchgeführt. Laut Datenschützern könnten so Profile der einzelnen Festivalbesucher angefertigt werden. Tatsächlich ist noch nicht klar, was mit den angefallenen Daten passiert. Laut Polizei wurden immerhin die Fotos der erfassten Gesichter nicht gespeichert, sondern nach Abgleich mit Datenbanken wieder gelöscht.

Novarock: 2012 Tests

In Österreich wurde 2012 beim "Novarock" ein System für mehr Sicherheit getestet: Mit "EN Masse" sollte eine Personenstromanalyse mit "Echtzeitlagevisualisierung" ausprobiert werden. Das Projekt erfolgt im Rahmen der Sicherheitsforschung "Kiras", die ARGE Daten hatte etwa gegen die Erfassung von Bluetooth-Daten heftig protestiert. (fsc, 15.6.2015)

  • Allesamt überwacht: Die britische Polizei scannte Besucher des "Download"-Festivals
    foto: reuters/staples

    Allesamt überwacht: Die britische Polizei scannte Besucher des "Download"-Festivals

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