Nepal: Königsplätze in Kathmandu wieder für Touristen geöffnet

15. Juni 2015, 13:52
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Unesco hält Kulturstätten nach wie vor für unsicher

Kathmandu – Ungeachtet aller Sicherheitsbedenken hat Nepal die vom Erdbeben im April teilweise zerstörten historischen Stätten im Kathmandu-Tal für den Tourismus geöffnet. Traditionelle Tänze und Gesänge markierten am Montag die Wiedereröffnung des Durbar-Platzes (Königsplatzes) in der alten Königsstadt Bhaktapur. Auch die Durbar-Plätze in der Hauptstadt Kathmandu und Patan sind zugänglich.

"Nepal ist sicher, da können Sie unbesorgt sein - das ist unsere Botschaft", sagte der Leiter der Archäologie-Abteilung im Tourismusministerium, Bhesh Narayan Dahal. Bei einem schweren Erdbeben vor sieben Wochen wurden mehr als 8.700 Menschen getötet, noch heute gibt es fast täglich Nachbeben. Tausende Häuser sowie unzählige Tempel und Statuen aus dem 12. bis 18. Jahrhundert wurden beschädigt oder ganz zerstört.

Unesco riet vor Wiedereröffnung ab

Im Kathmandu-Tal befinden sich neben den Durbar-Plätzen der Königsstädte Kathmandu, Bhaktapur und Patan vier weitere Kulturstätten, die gemeinsam von der UN-Kulturorganisation Unesco als Weltkulturerbe geführt werden. Vergeblich hatte die Unesco in der vergangenen Woche von einer vorschnellen Wiedereröffnung abgeraten. "Die Gefahr ist immer noch groß, dass Gebäude einstürzen", sagte der Leiter der Unesco in Nepal, Christian Manhart. "Auf dem Durbar-Platz in Kathmandu beispielsweise ist eine ganze Fassade instabil, wir können da keine Besucher entlanggehen lassen."

Tatsächlich müssen Besucher des Durbar-Platzes in der Hauptstadt einem Trampelpfad zwischen Hindu-Tempeln und Palast folgen, überall sind Warnhinweise angebracht. Auf allen drei Plätzen zeugen Trümmer immer noch von den Verheerungen des Bebens vom 25. April.

Tourismus nötig

Das Erdbeben der Stärke 7,8 zur Trekking-Hochsaison hat den Tourismus des Himalaya-Staats schwer getroffen. Dieser ist aber für den Wiederaufbau des armen Landes noch dringender nötig als sonst. Deshalb bestehen die Behörden darauf, alles für die nächste Saison nach Ende der Regenzeit vorzubereiten.

"Es ist nicht verfrüht, die Plätze wiederzueröffnen. Wir müssen für die nächste Touristensaison im September und November gewappnet sein", sagte der Ministeriumsvertreter Dahal. "Wenn die Touristen denken, dass Nepal sicher ist, werden sie auch kommen".

Ähnlich sieht es der niederländische Reisespezialist Bill Calderwood. Der Schritt sei eine "sehr gute Botschaft an den Rest der Welt, dass Nepal nach vorne blickt", sagt er. Sein britischer Kollege Simon Watkinson ist skeptischer: "Die Wiedereröffnung der Kulturstätten bringt nichts - solange die Behörden anderer Länder vor Reisen nach Nepal warnen, werden sich die Touristen nicht sicher fühlen." (APA, 15.6.2015)

  • Die Öffnung des Kathmandu-Tals für Touristen wurde feierlich begangen.
    apa/epa/hemanta shrestha

    Die Öffnung des Kathmandu-Tals für Touristen wurde feierlich begangen.

  • Die Unesco hatte davon abgeraten, die Weltkulturstätten vorschnell wieder zugänglich zu machen.
    apa/epa/hemanta shrestha

    Die Unesco hatte davon abgeraten, die Weltkulturstätten vorschnell wieder zugänglich zu machen.

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