Swiss: Frust mit neuem Kabinendesign

18. Juni 2015, 15:17
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Die Swiss packt mehr Passagiere in die Airbus A320. Die Arbeit an Bord sei dadurch eine Zumutung geworden, sagen die Flugbegleiter und schlagen eine radikale Lösung vor

Die Kabine der Europaflotte der Swiss wird nach und nach erneuert. Zentraler Punkt ist dabei die Erhöhung der Sitzzahl in den Airbus A320 um 12 auf 180 und im A321 um 19 auf 217. "Durch den Einbau eines neuen Sitzmodells, das mehr Kniefreiheit als bisher ermöglicht, bietet die neue Konfiguration den Passagieren den gleichen Sitzkomfort wie bisher", schrieb die Swiss im November bei der Bekanntgabe. Intern hieß das Projekt weniger pathetisch "MaxPax"

In der Arbeit eingeschränkt

Was als eine "Investition in die Next Generation Airline of Switzerland", wie es von Seiten der Airline heißt, sein sollte, sorgt vor allem bei den Flugbegleitern für Unmut. Sie fühlen sich durch den Umbau der Kabinen in ihrer Arbeit stark eingeschränkt, wie die Branchen-Plattform Aerotelegraph berichtet.

Der zusätzliche Platz wurde durch die neuen, dünneren Sitze, aber auch durch eine Halbierung der Küche und Verlegung und Verkleinerung der Toiletten gewonnen. Was die Passagiere nicht zu stören scheint, passt den Flugbegleitern gar nicht. Rund 450 interne Berichte über Mängel haben sie seit der Einführung schon ans Management geschickt, schreibt die Zeitung Blick. Die Flüge mit den umgebauten Fliegern seien "eine Zumutung", wird denn auch Denny Manimanakis von der Flugbegleiter-Gewerkschaft Kapers von Aerotelegraph zitiert.

Küche zu klein, WC verstellt

Konkret wird moniert, dass die Küche zu klein für eine Dienstleistung sei, wie sie die Swiss bieten wolle. Die Arbeit sei extrem mühsam geworden, sagt Manimanakis. "Um den Service vorzubereiten, muss ich die Trolleys in den Gang vor die Toiletten schieben", sagt er zu Aerotelegraph. Dadurch werde aber der Zugang zu den WCs versperrt. "Jedes Mal wenn ein Passagier auf die Toilette muss, muss ich den Wagen verschieben. Ich werde dadurch immer wieder in meiner Arbeit unterbrochen", sagt Manimanakis.

Die Probleme zeigen sich vor allem auf den längeren Flügen, wo noch eine Essensbox und mehr als nur ein Sandwich verteilt wird – also auf Strecken wie nach Moskau oder Stockholm. Das Befüllen der Trolleys in den kleinen Küchen ist unergonomisch, meint Manimanakis. Zudem gebe auch einen negativen Sicherheitsaspekt: Der Jumpseat für die Crew ist dann verstellt. Wenn es zu einer plötzlichen Turbulenz komme, könne er dort nicht mehr schnell genug hingelangen.

Kaum Reklamationen

Zur Vorbereitung des Umbaus hat die Swiss diverse Workshops mit den Flugbegleitern durchgeführt. "Wir haben da Vorbehalte angebracht», sagt Manimanakis. Aber die Konfiguration sei nicht veränderbar und man könne da nicht viel machen. «Die einzige Lösung ist, den Service zu verringern". Sprich: Auf Europastrecken müsste die Swiss maximal noch ein Getränk und ein Sandwich verteilen. Die Kunden scheint das nicht zu stören, zumindest hätten die Reklamationen nicht zugenommen, bestätigt die Swiss. (red, 15.6.2015)

  • Diese Flugbegleiter beschweren sich nicht über das neue Kabinendesign der Swiss, wohl aber die Service-Mitarbeiter an Bord.
    foto: ap photo/keystone/peter klaunzer

    Diese Flugbegleiter beschweren sich nicht über das neue Kabinendesign der Swiss, wohl aber die Service-Mitarbeiter an Bord.

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