UN-Friedensgespräche zu Jemen beginnen in Genf

15. Juni 2015, 11:46
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UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Huthi-Delegation noch nicht eingetroffen

Genf – Die Konfliktparteien im jemenitischen Bürgerkrieg sollten am Montag ab 9 Uhr in Genf erstmals seit Monaten zu UN-Friedensgesprächen zusammentreffen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon teilte jedoch zum Auftakt mit, dass die Delegation der schiitischen Huthi-Miliz noch nicht eingetroffen sei. Er rechne im Laufe des Tages mit ihrer Ankunft. Ban forderte zudem eine zweiwöchige Feuerpause während des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Im Vorfeld der Gespräche hatte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, die Hoffnungen auf einen schnellen Frieden gebremst. Es gehe erst einmal darum, eine Basis für weitere Gespräche zu schaffen und über eine erneute Feuerpause zu diskutieren. Das Treffen soll zwei bis drei Tage dauern.

Luftangriffe gehen weiter

Kurz vor dem Start der Initiative in Genf bombardierte die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz zahlreiche mutmaßliche Rebellenziele. Laut Anwohnern wurden vor Tagesanbruch Waffendepots nahe der Hauptstadt Sanaa und Rebellenstützpunkte in der Provinz Amran, in Hajjah nahe der saudi-arabischen Grenze sowie in der ölreichen Provinz Marib aus der Luft angegriffen.

Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen, die weite Teile des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren, gegen Anhänger des nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Seit Ende März bombardiert das von Riad geführte Militärbündnis Stellungen der Huthis in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel. Seit Ende März sind im Jemen laut UN etwa 2.300 Menschen getötet worden. Etwa die Hälfte davon seien Zivilisten gewesen. (APA, red, 15.6.2015)

  • UN-Generalsekretär Ban Ki-moon (Mitte) mit dem UN-Sondergesandten für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed (links) sowie dem Generaldirektor des UN-Büros in Genf, Michael Møller (rechts).
    foto: epa/martial trezzini

    UN-Generalsekretär Ban Ki-moon (Mitte) mit dem UN-Sondergesandten für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed (links) sowie dem Generaldirektor des UN-Büros in Genf, Michael Møller (rechts).

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