Hunderte Flüchtlinge stecken an italienisch-französischer Grenze fest

Ansichtssache15. Juni 2015, 11:36
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Französische Polizei hat Grenzkontrollen verschärft. Flüchtlinge skandieren: "Wir kehren nicht zurück!"

Während auf EU-Ebene um Flüchtlingsquoten gerungen wird und die EU-Innenminister am Dienstag darüber beraten, stecken hunderte Flüchtlinge in der ligurischen Kleinstadt Ventimiglia an der französischen Grenze fest. Sie wollen nach Frankreich zu Verwandten und Freunden reisen, allerdings werden sie von der französischen Polizei aufgehalten und nach Italien zurückgedrängt.

Die Flüchtlinge, die zumeist nach gefährlichen Überfahrten über das Mittelmeer in Süditalien eingetroffen waren, halten sich seit Donnerstag an dem Grenzübergang zwischen Ventimiglia und Menton auf. Sie demonstrierten mehrere Male gegen die Polizei, die ihnen den Weg nach Frankreich versperrte. "Wir kehren nicht zurück!" und "Weg mit der Polizei" skandierten die Demonstranten. Mehrere Hundert Migranten wurden in ein Auffanglager in der ligurischen Hafenstadt Savona geführt. Die Lage in Ventimiglia ist seit Tagen schwierig, seitdem die französische Polizei die Grenzkontrollen erheblich verschärft hat.

Bürgermeister protestiert

Eine Gruppe von Migranten mit Bahnkarte für die Reise Nizza–Paris wurde von der französischen Polizei aufgehalten und nach Italien zurückgeführt. Der Bürgermeister von Ventimiglia, Enrico Ioculano, sprach von einer unannehmbaren Situation. "Man kann Menschen nicht auf diese Weise zurückdrängen", protestierte der Bürgermeister. Französische Gendarmen erwiderten, sie hätten Anweisungen, die Migranten nicht über die Grenze zu lassen.

Dutzende Afrikaner übernachten seit Tagen am Strand oder im Bahnhof von Ventimiglia in der Hoffnung, jemanden zu finden, der sie mit dem Auto nach Frankreich mitnimmt, berichteten italienische Medien. Dafür seien sie bereit, über 200 Euro zu zahlen. Die hygienische Lage in der Kleinstadt sei schwierig. Oft würden Migranten versuchen, auch zu Fuß die Grenze zu überqueren, schrieben italienische Medien. Laut Angaben der französischen Behörden seien binnen sieben Tagen 1.439 illegal eingereiste Flüchtlinge an der Grenze zu Italien aufgehalten worden. 1.097 seien zurück ins Nachbarland gebracht worden. (APA, red, 15.6.2015)

foto: epa
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"Please open the way"

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"We need to pass"

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