Inserate: 40,6 Millionen im ersten Quartal

Analyse15. Juni 2015, 12:42
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Quartalsausgaben öffentlicher und staatsnaher Stellen veröffentlicht. Kanzleramt-Ausgaben unverändert trotz Faymann-Sparermunterung

Im ersten Quartal 2015 meldeten die meldepflichtigen Stellen (siehe Infobox unten) Ausgaben von 40,6 Millionen für Medieninserate. Meldepflichtig sind alle Ausgaben, die an mindestens viermal pro Jahr erscheinende Medien gehen, sobald in dem jeweiligen Medium im Quartal Inserate im Wert von € 5.000 oder mehr geschaltet wurden.

Beim Wiener Museumsquartier lagen so laut einem Rechnungshofbericht etwa 30 Prozent der Inseratausgaben unter der Bagatellgrenze, bei der BIG sogar 48 Prozent. Die hier verwendeten Zahlen bilden deswegen nicht die gesamten Inseratausgaben von öffentlichen Stellen ab – aber bessere Daten gibt es nicht.

Bundesländer

7,4 Millionen meldeten die Bundesländer, 5,8 Millionen davon fallen auf Wien. Inklusive der zuordenbaren Stellen kommt Wien sogar auf über elf Millionen.

Wien

Insgesamt 5,8 Millionen gab die Stadt Wien direkt aus. 2,7 Millionen davon gingen an "Krone", "Heute" und "Österreich".

Ministerien

2,4 Millionen schalteten die Ministerien direkt.

Erst im März hat Bundeskanzler Faymann die Politik zum Sparen "ermuntert". Davon merkt man im Bundeskanzleramt wenig – Q1/2015 wurde zwar weniger ausgegeben als Q1/2014, aber mehr als Q1/2013.


Verlage

Fast sieben Millionen gingen an Mediaprint, 4,7 an den ORF. Die STANDARD-Gruppe liegt hier an achter Stelle.

Staatsnahe Stellen

Unter den staatsnahen Stellen inseriert die Wirtschaftskammer mit ihren Unterorganisationen mit 4,3 Millionen am meisten. ÖBB (fast zwei Millionen) und Wien Energie (1,6 Millionen) folgen.

(Markus Hametner, 15.6.2015)

Meldepflichtige Stellen

Laut Medientransparenzgesetz sind alle Stellen, die unter Rechnungshofkontrolle stehen, meldepflichtig. Dies ist grundsätzlich bei staatlich eingerichteten Stellen – Ministerien, Landesregierungen, Universitäten – ebenso der Fall wie bei Firmen, sobald die staatlichen Anteile 25 Prozent übersteigen.

Rechnungshofkritik

Der Rechnungshof kritisierte dieses Jahr schon die BIG (Umgehung der Meldepflicht und des Kopfverbots durch Schaffung eines nichtperiodisch erscheinenden Mediums) und das Museumsquartier. Der Anteil der Inseratausgaben unter der Bagatellgrenze lag bei der BIG bei 48 Prozent, beim Museumsquartier bei 30 Prozent.

Datenqualität

Die Zuordnung von meldepflichtigen Organisationen zu staatlichen Stellen (wenn möglich) erfolgt durch Firmenbuchanfragen. Oft ist eine eindeutige Zuordnung durch komplizierte Firmengeflechte bzw. sehr kleine staatliche Anteile nicht möglich. Die Zuordnung von Medien zu Medienunternehmen erfolgt auch manuell. Theoretisch sollte jeweils der Name des Mediums angegeben sein, Strafverfahren für Falschmeldungen wurden aber vom VwGH gekippt, solange sie nicht "offensichtlich" sind.

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