Kickl droht mit weiteren Parteiausschlüssen

14. Juni 2015, 12:50
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Abtrünnige wollen mit eigener Liste kandidieren - Klubsitzung für Montag anberaumt

Salzburg/Wien - Nachdem die FPÖ-Bundespartei den Salzburger Landesparteichef Rupert Doppler und Klubchef Karl Schnell wegen "parteischädigenden Verhaltens" aus der FPÖ ausgeschlossen hat, stehen nun weitere Parteiausschlüsse im Raum. Weil Schnell nun überlegt, mit einer eigenen Liste bei den nächsten Landtagswahlen anzutreten, stellte Generalsekretär Herbert Kickl an Salzburger Abgeordnete "ein letztes Angebot".

Öffentliche Erklärung gefordert

Die FPÖ brauche Klarheit, betonte Kickl am Sonntag in einer Aussendung. Falls die Landtagsabgeordneten Rosemarie Blattl, Lukas Essl und Ernst Rothenwänder sowie Nationalrat Gerhard Schmid und Bundesrat Dietmar Schmittner und auch Markus Steiner, der laut "Kronenzeitung" das Mandat von Blattl, die über einen Rückzug nachdenkt, übernehmen will, nicht im Verlauf des kommenden Montags eine persönliche, öffentliche Erklärung abgeben, dass sie zur Bundespartei unter Heinz-Christian Strache stehen und den "Weg der Erneuerung der FPÖ Salzburg" unter der derzeitigen Führung von Andreas Schöppl unterstützen, dann "wird es kommenden Dienstag im Bundesparteivorstand entsprechende Ausschlussanträge gegen die genannten Personen geben", drohte der FPÖ-Generalsekretär.

Schnell will eigene Liste

Nach den Aussagen von Schnell in der "Kronenzeitung", wonach er Blattl, Essl, Rothenwänder, Doppler bzw. Schmid, Schmittner, Steiner und auch Friedrich Wiedermann (er war im Jänner wegen interner Gerüchte aus dem Salzburger FPÖ-Klub und der Partei ausgetreten, Anfang Juni aber wieder in den Klub eingetreten, Anm.) auf seiner Seite sehe und er eine eigene Liste bilden wolle, meinte Kickl, dass ein solches Vorgehen für alle an diesem Projekt Beteiligten nicht mit einer Mitgliedschaft in der FPÖ vereinbar sei.

"Natürlich wäre der Verlust von Mandataren nicht erfreulich. Wenn es sich dabei aber um Mandatare handelt, denen es nicht um die Einigkeit der FPÖ auf allen Ebenen und um die Fortsetzung des Erfolgskurses der Landes- und Bundespartei, sondern um deren höchstpersönliche kurzfristige Karriere- oder Privatinteressen geht, für deren Umsetzung die Annehmlichkeiten eines Mandats offenbar die einzige Möglichkeit sind, dann verzichten wir gern auf diese Damen und Herren", erklärte Kickl. Man wolle keine "Sesselkleber".

Für morgen, Montag, am Nachmittag hat der freiheitliche Landtagsklub eine Sitzung anberaumt, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten. (APA, 14.6.2015)

  • Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache und der designierte  Salzburger Landesparteiobmann Andreas Schöppl.
    foto: apa/barbara gindl

    Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache und der designierte Salzburger Landesparteiobmann Andreas Schöppl.

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