Mindestens 17 Polizisten bei Überfall im Süden Afghanistans getötet

13. Juni 2015, 12:43
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Taliban griffen Straßensperre in Provinz Helmand an

Kandahar - Bei einem Überfall von Taliban-Rebellen sind im Süden Afghanistans mindestens 17 Polizisten getötet worden. Dutzende Aufständische hätten am frühen Samstagmorgen eine Straßensperre der Polizei im Bezirk Musa Kala in der unruhigen Provinz Helmand angegriffen, sagte der örtliche Polizeichef Nabi Djan Mullahchil der Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Angriff seien auch drei Polizisten verletzt worden.

Ein Sprecher des Provinzgouverneurs bestätigte die Angaben. Die Taliban, zu deren Hochburgen Helmand gehört, bekannten sich zu dem Angriff.

Ein Taliban-Sprecher sagte AFP, bei dem Angriff hätten die Rebellen 25 Polizisten getötet und 13 verletzt. Die radikalislamische Rebellenbewegung ist dafür bekannt, Opferzahlen ihrer Angriffe zu überhöhen. Zudem seien Waffen, Munition und andere Ausrüstung erbeutet worden, sagte der Sprecher. Die Taliban hatten im April ihre übliche Frühjahrsoffensive gestartet. Trotz Bemühungen von Präsident Ashraf Ghani, die Aufständischen an den Verhandlungstisch zu bekommen, setzen diese ihre Angriffe auf Armee, Polizei und Behörden sowie deren ausländischen Unterstützer fort.

Als Bedingung für Friedensgespräche fordern die Taliban unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen. Auch nach dem Ende des NATO-geführten Kampfeinsatzes Ende 2014 sind noch immer tausende ausländische Soldaten als Berater und Ausbilder in Afghanistan stationiert. Allerdings sind die afghanischen Sicherheitskräfte seit Jahresbeginn erstmals seit dem Sturz der Taliban im Herbst 2001 allein für die Sicherheit im Land verantwortlich. Es wird erwartet, dass die Taliban ihren Druck auf die Regierung erhöhen und ihre Angriffe intensivieren werden. (APA, 13.6.2015)

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