Teheran beschwert sich bei Österreich und Schweiz über Spionage

13. Juni 2015, 07:01
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Ermittlungsergebnisse gefordert

Wegen der Gefahr der Spionage wollen die iranischen Behörden bestimmten Regierungsvertretern den Einsatz von Smartphones zu dienstlichen Zwecken verbieten. Regierungsvertreter mit Zugang zu vertraulichen Informationen müssten künftig andere Telefone für ihre dienstliche Kommunikation benutzen, sagte der für den Heimatschutz zuständige General Gholamresa Jalali am Samstag laut der Agentur Isna.

Kopie der Informationen

Es gebe immer eine Kopie der in ein Smartphone eingegebenen Informationen und in gewisser Weise habe der Hersteller immer Zugang zu diesen Informationen, sagte Jalali.

Ernste Besorgnis

Der Iran hat am Freitag seine "ernste Besorgnis" über die Cyberangriffe auf die laufenden Atomgespräche zum Ausdruck gebracht. Nach Angaben der halbamtlichen Nachrichtenagentur FARS sandte das iranische Außenministerium Briefe entsprechenden Inhalts an die Regierungen Österreichs und der Schweiz, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Teheran forderte zudem, über die Ergebnisse der Ermittlungen in dieser Angelegenheit informiert zu werden. "Der Iran will, dass alle notwendigen Maßnahmen...ergriffen werden, um so bald als möglich die Sicherheit, auch die Cybersicherheit, der Gespräche zu gewährleisten", zitierte FARS aus dem Schreiben an Österreichs Regierung.

"Die Atomverhandlungen haben Feinde"

Der iranische Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Reza Najafi, erklärte am Freitag, für Teheran sei es nicht unerwartet gekommen, dass Israel die Atomgespräche ausspionieren werde. "Die Atomverhandlungen haben Feinde, insbesondere das Zionistische Regime will nicht, dass sie erfolgreich sind", sagte Najafi. Sie würden keine Anstrengungen scheuen, um dieses Ziel zu erreichen. Allerdings hätten die Verhandler stets die notwendigen Vorkehrungen gegen Spionageversuche getroffen.

Die in Russland ansässige IT-Sicherheitsfirma Kaspersky hatte am Mittwoch erklärt, bei den Atomverhandlungen sei ein Computervirus namens Duqu eingesetzt worden, um insgeheim Informationen zu sammeln. Duqu weise große Ähnlichkeit zu dem Computervirus Stuxnet auf, der im Jahr 2010 gegen das iranische Atomprogramm eingesetzt worden war und vermutlich von den Geheimdiensten der USA oder Israels entwickelt wurde.

Israel dementiert

Israel dementierte Berichte, denen zufolge es die brisanten Verhandlungen ausspionierte. Österreich und die Schweiz haben Ermittlungen eingeleitet. Laut Kapersky wurden drei Luxushotels in beiden Ländern, in denen die Atomverhandlungen stattfanden, Ziel der Cyberattacke. (APA, 13.6.2015)

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