Cyberangriff auf Bundestag: Auftrag zur Aufklärung

Kommentar12. Juni 2015, 17:37
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Vielleicht verspüren nun auch Abgeordnete der großen Koalition den Wunsch, genauer hinzusehen

Die Erde ist eine Kugel, der 3. Oktober der deutsche Nationalfeiertag. In Gewissheiten wie diese reihte sich bislang auch eine, den Deutschen Bundestag betreffend: Das Computersystem des Parlaments ist sicher.

Doch nun zeigt sich, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Auch der Deutsche Bundestag wurde zum Ziel eines Cyberangriffs, was einigermaßen beunruhigend ist. Wir reden hier nicht von einer kleinen Firma oder einer Verkehrsbehörde in der Provinz, sondern vom Parlament der größten Volkswirtschaft und größten Demokratie Europas.

Man sollte meinen, dass sich das Parlament eines Staates, dessen Geheimdienste an nicht unmaßgeblicher Stelle in der Weltliga mitspielen wollen, gegen solche Angriffe zur Wehr setzen kann. Offenbar ist das nicht der Fall. Merkwürdig mutet auch an, dass der Verfassungsschutz erst nach einigen Wochen um Hilfe gebeten worden ist. Verständlich, dass nun viele innerhalb und außerhalb des Bundestages lautstark nach Aufklärung rufen.

Die Causa hat aber noch eine pikante Note. Jetzt merken die Abgeordneten am eigenen Leib, wie ungut es sich anfühlt, wenn man nicht weiß, ob man von fremden Diensten ausspioniert worden ist. Vielleicht erwächst aus diesem unschönen Gefühl ja ein Arbeitsauftrag für die Aufklärung der leidigen NSA-BND-Affäre und verspüren nun auch Abgeordnete der großen Koalition den Wunsch, genauer hinzusehen, was deutsche Dienste so treiben. (Birgit Baumann, 12.6.2015)

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