Nationalbibliothek soll Parlamentarier aufnehmen

13. Juni 2015, 12:00
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Ausbildungsinstitut als Ausweichquartier

Wien - Ein Teil der österreichischen Parlamentarier wird ab 2017 mitten im Wissen amtieren: in der Österreichischen Nationalbibliothek. Dort ist die Parlamentsdirektion bei ihrer Quartiersuche für die Zeit der Renovierung des Hohen Hauses jüngst mit der Anfrage vorstellig geworden, ob ein paar tausend Quadratmeter zu haben seien.

So viel wird es nicht werden, aber laut Nationalbibliothek-Chefin Johanna Rachinger könnte man rund 850 Quadratmeter Fläche freimachen: das hauseigene Ausbildungsinstitut. Dessen fünf Mitarbeiter, die Seminarteilnehmer und Studierenden müssten dann aber ihrerseits übersiedeln.

In der Nationalbibliothek, die Seminare und in Kooperation mit der Uni Wien einen Masterlehrgang durchführt, geht man davon aus, dass das Ersatzquartier fürs Ersatzquartier die alte WU wird. Sie war ursprünglich als Übergangsbleibe fürs Parlament gedacht, dann wurde es aber die Hofburg. Dort findet aber nicht alles Platz: Bis zu 9000 Quadratmeter Fläche werden in Form von "temporären Gebäuden" (so etwas wie Containern) zur Verfügung gestellt.

Die Plenarsitzungen werden ab Mitte 2017 in den Redoutensälen stattfinden; das Ausbildungsinstitut der Nationalbibliothek liegt in unmittelbarer Nähe. Ausverhandelt ist der Deal aber noch nicht. Rachinger betont, sie werde nur zustimmen, wenn der Bibliothek "keine Kosten entstehen und der Seminarbetrieb gut aufrechterhalten bleibt". Der Parlamentsumbau soll drei Jahre dauern, die Sanierungskosten sind mit 352 Mio. Euro veranschlagt. (gra)

(gra, DER STANDARD, 13.6.2015)

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