Koller zuversichtlich gegen harte Russland-Nuss

12. Juni 2015, 15:40
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Österreichs Fußball kann in Moskau für die EM buchen, aber die Reise nach Frankreich nicht verspielen

Wien / Moskau – Am Freitagnachmittag ist die österreichische Fußballnationalmannschaft nach Moskau geflogen. Gefühle spielen zwar nicht Fußball, aber Teamchef Marcel Koller hat für die Partie am Sonntag gegen Russland ein "sehr gutes". Anders ausgedrückt: "Meine Zuversicht ist groß." Die Vorbereitung ist nahezu optimal verlaufen, lediglich die brütende Hitze in Wien war lästig, eine Trainingseinheit wurde ersatzlos gestrichen.

"Gelingt es uns, das, was wir geübt haben, umzusetzen, mache ich mir keine Sorgen", sagt Koller. Wobei Russland natürlich eine "harte Nuss" sei. "Die werden alles unternehmen, um sich direkt für die EM zu qualifizieren." Der Trainer misst der Partie zwar große, aber noch nicht entscheidende Bedeutung bei. Ein Blick auf die Tabelle der Gruppe G widerlegt ihn ganz leicht. Die Seinen haben zur Halbzeit vier Zähler plus auf Schweden und gar fünf auf Russland, der Erste und der Zweite qualifizieren sich direkt für die Endrunde 2016. Im Fall eines Sieges könnte Frankreich gebucht, im Fall eines Unentschiedens zumindest reserviert werden. Natürlich ist eine Niederlage nicht auszuschließen, sie wäre aber kein doppelter Beinbruch, die Vorreservierung müsste nicht storniert werden. Zlatko Junuzovic bestätigt den Chef trotzdem: "In Moskau wird nichts entschieden."

Keine Experimente bei Aufstellung erwartet

Es ist die letzte Partie einer langen, kräfteraubenden Saison. Aufgrund der Brisanz und Wichtigkeit ist es für Junuzovic und Kollegen kein Problem, "sich aufzubäumen, alles rauszuholen, über die Grenzen zu gehen. Das ist eine Selbstverständlichkeit." Im Training wurde auch Augenmerk auf Standards gelegt, Bremens Legionär Junuzovic ist diesbezüglich ein Fachmann. Seine Eckbälle und Freistößen zählen zu den gefährlichsten Dingen, die der europäische Fußball zu bieten hat.

Koller hat die Aufstellung prinzipiell im Kopf, er wartet noch das Abschlusstraining am Samstag ab. Es ist davon auszugehen, dass der Schweizer auf das bewährte Personal setzt, experimentieren kann und soll man gegen Liechtenstein. Wer den verletzten David Alaba ersetzt, bleibt geheim, Stefan Ilsanker ist zumindest nicht chancenlos auf den Posten. Es könnte allerdings auch Aleksandar Dragovic aus der Innenverteidigung ins Zentrum rücken, sein Ersatz wäre dann Kevin Wimmer oder Sebastian Prödl. Martin Harnik zwickt der Rücken, als Alternative drängt sich Marcel Sabitzer auf.

Das Tor hütet Robert Almer, künftig wird ihm die Frage nach der Matchpraxis erspart bleiben, er wechselt ja von der Bank in Hannover in den Kasten der Austria. Almer ist in Moskau auf alles vorbereitet. "Entweder ich werde viel oder wenig beschäftigt."

26 empfängt 20

Almer hat zuletzt dreimal zu null gespielt, Österreich strebt den fünften Auswärtssieg hintereinander an. Die Schwäche in der Fremde ist Vergangenheit. Die Weltrangliste favorisiert den Gast, die Nummer 20 besucht die 26.

"Wer bereit ist, sich mehr zu quälen, wer mehr Leidenschaft auf den Platz bringt, wird als Erster über die Ziellinie kommen", sagt Koller auch. Das gelte für Moskau und die Qualifikation. "Ich bin generell zuversichtlich." (Christian Hackl, 12.6.2015)

EM-Qualifikation, Gruppe G, 6. Runde:

Russland – Österreich
Moskau, Otkrytije-Arena, Sonntag, 18 Uhr MESZ (live ORF 1), SR Milorad Mazic (SRB)

Russland: Akinfejew (ZSKA Moskau) – Smolnikow (Zenit St. Petersburg), Ignaschewitsch (ZSKA Moskau), Beresuzki (ZSKA Moskau), Kombarow (Spartak Moskau) – Schatow (Zenit St. Petersburg), Gluschakow (Spartak Moskau), Dsagojew (ZSKA Moskau) – Schirokow (Krasnodar), Kokorin (Dinamo Moskau), Schirkow (Dinamo Moskau)

Ersatz: Rebrow (Spartak Moskau), Ryschikow (Rubin Kasan) – Tschernow, Golowin (beide ZSKA Moskau), Makejew, Parschiwljuk (beide Spartak Moskau), Osdojew, Nabiullin (beide Rubin Kasan), Samedow, Mirantschuk (beide Lok Moskau), Nowoselzew, Dsjuba (beide Rostow), Iwanow (Terek Grosny), Jonow (Dinamo Moskau), Kerschakow (Zenit St. Petersburg)

Österreich: Almer (Austria/21 Länderspiele) – Klein (Stuttgart/27/0 Tore), Dragovic (Dynamo Kiew/37/1), Hinteregger (Salzburg/8/0), Fuchs (Leicester/66/1) – Ilsanker (Leipzig/7/0), Baumgartlinger (Mainz/36/1) – Harnik (Stuttgart/50/11)/Sabitzer (Salzburg/11/2), Junuzovic (Bremen/39/5), Arnautovic (Stoke/42/8) – Janko (vereinslos/45/20)

Ersatz: Lindner (vereinslos/7), Özcan (Ingolstadt/4) - Wimmer (Tottenham/2/0), Garics (Bologna/40/2), Prödl (Watford/49/4), Suttner (Austria/14/0), Jantscher (Luzern/16/1), Pehlivan (Kayseri/17/0), Schobesberger (Rapid/0), Hinterseer (Ingolstadt/6/0), Okotie (1860 München/9/2)

Es fehlen: Alaba (im Aufbautraining nach Knieverletzung), Kavlak (Muskelverletzung), Leitgeb (Knieverletzung), Lazaro (Muskelverletzung), Ulmer (Adduktorenprobleme)

Fraglich: Harnik (Hüftprobleme)

  • "Gelingt es uns, das, was wir geübt haben, umzusetzen, mache ich mir keine Sorgen", sagt Koller.
    foto: apa/hochmuth

    "Gelingt es uns, das, was wir geübt haben, umzusetzen, mache ich mir keine Sorgen", sagt Koller.

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