Mann in Südafrika wird nach Penis-Transplantation Vater

12. Juni 2015, 14:09
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Eingriff bei 21-Jährigem war Weltpremiere

Freude auf Nachwuchs nach der weltweit ersten erfolgreichen Penis-Transplantation: Der 21-jährige Patient, der im Dezember einen neuen Penis erhalten hatte, werde Vater, sagte der behandelnde Urologe Andre van der Merwe am Freitag. Die Freundin des Mannes sei im fünften Monat schwanger.

"Wir freuen uns, dass es keine Komplikationen gab und dass sein Penis gut funktioniert." Es habe ihn "nichts daran gehindert, Kinder zu zeugen, weil sein Sperma nicht betroffen war", sagte van der Merwe, der bei dem neunstündigen Eingriff in Kapstadt Mitte Dezember das Operationsteam geleitet hatte.

Erfolgreiche Operation

Der junge Mann hatte einen Spender-Penis erhalten, nachdem sein eigenes Geschlechtsorgan nach einer schlecht ausgeführten Beschneidung und einer darauf folgenden Infektion amputiert werden musste.

Drei Monate nach dem Eingriff gaben die Ärzte die erfolgreiche Operation bekannt und erklärten, der Patient sei wohlauf und das Organ sei voll funktionsfähig. Doch dass sich der Patient derart schnell erholen würde, überraschte den Arzt: Ziel sei es gewesen, dass er "nach zwei Jahren voll funktionsfähig ist", sagte van der Merwe.

Gefährliche Beschneidung

Der Urologe von der Universität Stellenbosch erhielt nach eigenen Angaben nach der erfolgreichen Transplantation zahlreiche Anfragen anderer Männer. Grund sind die verbreiteten Initiationsriten in ländlichen Region Südafrikas, zu denen auch eine traditionelle Beschneidung gehört.

Immer wieder kommt es dabei zu Infektionen bis hin zum Verlust des Organs. Einem Untersuchungsbericht zufolge starben zwischen 2008 und 2013 insgesamt 486 Buben und junge Männer an den Folgen von Komplikationen bei den Riten.

Am Freitag sagte van der Merwe, derzeit seien neun Patienten in das Behandlungsprogramm aufgenommen worden. Wie bei anderen Organen sei es nun eine Herausforderung, genügend Spender zu finden. "Ich denke, es wird nicht einfach, aber ich glaube, dass aufgrund des positiven Beispiels viele Leute auf uns zukommen werden." (APA, 12.6.2015)

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