Kontrollen bei Gerichten: Fast 180.000 Gegenstände abgenommen

12. Juni 2015, 10:53
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Auch Schirme gelten als "gefährliche Gegenstände". Strukturierte Zugangskontrollen wurden nach einem Amoklauf eingeführt

Wien - Im vergangenen Jahr sind bei Sicherheitskontrollen an Justizgebäuden fast 180.000 "gefährliche Gegenstände" abgenommen worden, darunter in 447 Fällen Schusswaffen. Das gab das Justizministerium am Freitag bekannt.

Die exakt 178.435 Gegenstände waren um rund 5.500 mehr als 2013. Nach Angaben des Justizministeriums ist der Anstieg mit der Ausweitung der Kontrollen zu erklären. Derzeit werden in knapp 90 Prozent der Gerichte Zugangskontrollen durchgeführt, 2008 waren das vergleichsweise erst bei 35 Prozent der Fall.

"Gefährliche" Regenschirme

Neben den 447 Schusswaffen wurden im vergangenen Jahr 49.726 Hieb- und Stichwaffen - überwiegend Messer - abgenommen sowie 128.262 "sonstige gefährliche Gegenstände". In diese Kategorie fallen unter anderem Pfeffersprays, Nagelfeilen und Schraubenzieher, aber auch Regenschirme. Alle Gegenstände werden ihren Eigentümern beim Verlassen des Gebäudes zurückgegeben. Im Fall von Schusswaffen muss der Waffenpass hergezeigt werden.

Strukturierte Zugangskontrollen wurden seit dem Jahr 1997 schrittweise eingeführt. Auslöser war ein Amoklauf im Bezirksgericht Linz-Urfahr: Im März 1995 erschoss ein in einem Ehrenbeleidigungsprozess unterlegener Pensionist fünf Menschen, verletzte zwei weitere schwer und beging Selbstmord. (APA, 12.6.2015)

  • Auch Regenschirme dürfen nicht in Justizgebäude mitgenommen werden.
    foto: ap/fabian bimmer

    Auch Regenschirme dürfen nicht in Justizgebäude mitgenommen werden.

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    grafik: apa
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