Hunderte Flüchtlinge an italienischen Bahnhöfen gestrandet

Ansichtssache12. Juni 2015, 12:03
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Afrikaner wollen nach Norden reisen. Spannungen mit der Polizei in Rom

Rom – Hunderte afrikanische Flüchtlinge warten seit Tagen an Roms Busbahnhof Tiburtina auf Möglichkeiten, um nach Norden weiterzureisen. Mehr als 500 Migranten hielten sich auf dem Gelände auf. Am Donnerstagnachmittag kam es zu Spannungen, als die Polizei versuchte, einige der Flüchtlinge zu identifizieren, berichteten italienische Medien. Demnach wehrten sich einige Migranten dagegen.

18 Flüchtlinge wurden in die Polizeizentrale mitgenommen, viele weitere verließen fluchtartig den Bahnhof, von dem aus Langstreckenbusse nach Norditalien abfahren. Die meisten von ihnen haben weder Geld noch Dokumente bei sich.

Unterkunft gesucht

Auch Mailand ist derzeit mit einem Flüchtlingsnotstand konfrontiert. 350 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea erreichten seit Dienstag den Mailänder Hauptbahnhof und übernachteten hier in der Hoffnung, weiterreisen zu können. Ganze Familien suchten vergebens nach einer Unterkunft.

Viele Kinder seien erschöpft und unterernährt, erklärte das Rote Kreuz. Unter den Flüchtlingen seien Krätzefälle festgestellt worden. Die Migranten wurden mit Lebensmitteln und Wasser versorgt. Noch unklar sei, wie es mit den Flüchtlingen weitergehen solle.

56.000 Menschen wurden seit Jahresbeginn von der italienischen Marine gerettet, das sind zehn Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs, berichtete der General der Carabinieri, Tullio Del Sette, vor dem Parlament. 1.600 Flüchtlinge werden im Mittelmeer vermisst, 100 Leichen wurden geborgen. 2015 wurden 53 Menschenhändler festgenommen und 27 Personen wegen Beihilfe zur Schlepperei angezeigt. 2014 waren 190 Menschenhändler festgenommen worden. Italien beherbergt derzeit bereits 84.000 Flüchtlinge. (APA, 12.6.2015)

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An Roms Busbahnhof schlafen die Flüchtlinge auf dem Asphalt.

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Sie warten darauf, in Richtung Norden reisen zu können.

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Die meisten von ihnen haben aber weder Geld noch Dokumente bei sich.

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Kleidung der Flüchtlinge.

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Die Polizei will einige der Flüchtlinge identifizieren. Es kommt zu Tumulten.

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Einige Flüchtlinge wehren sich.

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18 Flüchtlinge werden in die Polizeizentrale mitgenommen.

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Viele andere verlassen rasch den Busbahnhof.

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Auch am Mailänder Hauptbahnhof übernachten hunderte Flüchtlinge und warten auf die Weiterreise.

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Mit Kartenspielen vertreiben sie sich die Zeit.

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Diese Flüchtlinge warten darauf, eine Dusche nehmen zu können.

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An die Flüchtlinge wird Essen und Wasser verteilt.

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