US-Polizisten sollen sich für Tod von Zwölfjährigem verantworten

12. Juni 2015, 08:56
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Gericht empfiehlt Strafverfahren nach Erschießung von Tamir Rice

Chicago - Mehr als ein halbes Jahr nach der Erschießung des zwölfjährigen Schwarzen Tamir Rice in Cleveland hat ein städtisches Gericht Strafverfahren gegen die zwei beteiligten US-Polizisten empfohlen. Er sehe die Grundlage für eine Anklage unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Dienstpflichtverletzung, erklärte Richter Ronald Adrine laut einem lokalen Ableger des US-Fernsehsenders ABC am Donnerstag.

Die Entscheidung über eine Anklage liege allerdings bei der Staatsanwaltschaft von Cleveland. Die Gerichtsentscheidung beruht auf einem Gesetz, wonach Bürger die Staatsanwaltschaft umgehen und bei Gerichten die Ausstellung von Haftbefehlen beantragen können. Bis zu einer Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ob sie Anklage gegen die beiden Beamten erhebt, könnten noch Wochen oder Monate vergehen.

"Nicht das Ende des Weges"

Die Aktivistin Rachelle Smith, die mit anderen das Gericht eingeschaltet hatte, begrüßte die Empfehlung des Richters. "Das ist nicht das Ende des Weges, aber es ist ein Schritt und er ist ermutigend", sagte Smith dem örtlichen Nachrichtenportal Cleveland.com.

Tamir Rice war Ende November in Cleveland im Bundesstaat Ohio erschossen worden. Die Polizisten hielten eine Waffenattrappe, die der Bub in den Händen hielt, für echt. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, dass die Polizei nach der Ankunft am Ort des Geschehens binnen Sekunden schoss. Angaben eines Anwohners, der beim Alarmierungsanruf bei der Polizei von einer vermutlich unechten Waffe in den Händen des Kindes sprach, wurden den Beamten offenbar nicht übermittelt.

Es war einer von vielen Vorfällen, bei denen weiße US-Polizisten unbewaffnete Afroamerikaner erschossen. Sie lösten landesweit immer wieder Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. (APA, 12.6.2015)

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